11. April 2014 von Matthias Planitzer,

Thomas Struth im Gespräch über real gewordene Fantasiewelten

Über Disneyland, bildgeführte Operationsroboter, physikalische Maschinenparks und andere Utopien
Im vergangenen Monat eröffnete Max Hetzler in seiner Charlottenburger Galerie die lang erwartete Einzelausstellung Thomas Struths, für die er Orte der wissenschaftlichen und technologischen Innovation, aber auch der Realität gewordenen Imagination besucht: unüberschaubare Maschinenparks physikalischer Versuchsanstalten, robotronische OP-Säle, aber auch die pastellgetünchten Fassaden von Disneyland oder ein asiatisches Megaprojekt des sozialen Wohnungsbaus. All das wurde von Menschen geschaffen, wurde als Teil des kollektiv Unbewussten

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Benefiz-Auktion für das Autocenter

Das Berliner Autocenter kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Vor zwölf Jahren feierte der Projektraum mit einer Einzelausstellung Hester Oerlemans' sein Debüt. Seitdem wurden namhafte Größen wie Olafur Eliasson, Urs Fischer, Christoph Schlingensief, Thomas Zipp, Jonathan Meese, André Butzer, Christian Jankowski und etliche andere Künstler gezeigt, die heute einen integralen Bestandteil der Berliner und teils auch internationalen Kunstszene darstellen. Einige von ihnen stellten hier vor vielen Jahren aus, als ihr Name nur Eingeweihten

Sonntägliche Morgenlektüre

In der vergangenen Woche stürzte sich die Kunstberichterstattung auf so vielseitige und abwechslungsreiche Themen wie lange nicht mehr: Eine Vase ging zu Bruch und zeigte dabei eine ganz reale Materialität auf, die spekulative Materialien vermissen lassen, weil sie nun mal vor allem sehr, sehr spekulativ sind. Währenddessen zeigten die Amerikaner, daß Kunst weiterhin politisch und subversiv sein und bisweilen sogar die aktuellen politische Ereignisse auf der Krim vorwegnehmen kann. Pressespiegel sind en vogue und schnell erstellt, weshalb wir jetzt auch endlich auf den Zug aufspringen,

Bohème ohne Heimat

Die Gesetze des Marktes gelten bisweilen auch im Ausstellungsbetrieb, das heißt, auch dort, wo keine Verkaufsabsichten verfolgt werden, nämlich immer dann, wenn ein Heer an ambitionierten Künstlern und Kuratoren auf begrenzten Ausstellungsraum trifft. In einem an seine Grenzen stoßenden Kunstmekka wie Berlin bestimmen Raumangebot und -nachfrage zunehmend die Ausstellungspraxis, welche infolge dessen nach allen Seiten Entlastung sucht. Immer wieder neue Projekträume und PopUp-Galerien entstehen, um der wachsenden Künstlerschar zu Sichtbarkeit zu verhelfen, aber auch um aus dem