Artikel mit dem Tag "Soundinstallation"


Singendes Metall

Wie Jacob Kirkegaard dem Raum einen Klang gibt

Jacob Kirkegaard: Phonurgia metallis„Cuprum“ und „Aurichalcum“ aus dem Triptychon „Phonurgia metallis“, © Jacob Kirkegaard

In diesem Blog habe bereits einige Male meinen Hang zu Soundinstallationen durchscheinen lassen, jedenfalls sind diese hier wohl überproportional vertreten. Künstler wie Janet Cardiff & George Bures Miller etwa sind der Grund, warum mich diese kleine Sparte der Gegenwartskunst so fasziniert. Da werden allein durch die Kraft des Klanges und die Eigenheiten des Raumes ungeahnte Atmosphären erschaffen, die mit rein visuell kommunizierender Kunst selten erreicht werden.

Jacob Kirkegaard ist einer dieser Klangkünstler und gehört ganz nebenbei zu denen, die mich schon seit einiger Zeit besonders und auch nicht mehr loslassen. Anfang des Jahres empfahl ich bereits seine Soundinstallation „Haus der Mahre“ im KW Institute und nun hat mich eine weitere seiner einzigartigen Klangarbeiten begeistert:

Für „Phonurgia metallis“ nutzt er hauchdünne Metallplatten, um die Resonanz des Raumes einzufangen und hörbar zu machen. Ergebnis sind überwältigende Klangsphären, die sich dem Raum und seinen Schwingungen anpassen. Mehr dazu, natürlich auch Klangbeispiele gibt’s nach dem Klick.


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Storm Room

Wie der Wahrnehmung ein Streich gespielt wird

Janet Cardiff und George Bures Miller: Storm Room„Storm Room“, © Janet Cardiff und George Bures Miller

Wenn es regnet, gewittert und stürmt, dann stehe ich gern am Fenster und genieße das Schauspiel. Es ist eine friedliche Stimmung, alles ist so still, nur der Regen plätschert murmelnd vor sich hin und gelegentlich durchreißt ein fernes Donnergrollen die Ruhe.

Ähnliches geschieht in einem Video aus dem fernen Japan. Zwei junge Frauen betreten eine verlassene Zahnarztpraxis nahe der Stadt Tokomachi. Draußen ergießen sich die Wolken, man kann kaum aus den Fenstern schauen, so viel Wasser rinnt die Fenster entlang. Blitze erhellen den Raum, gelegentlich flackert die alte Neonröhre, Eimer fangen Wassertropfen auf.

Doch der Schein trügt. Weder regnet es, noch grollt ein Gewitter über der Stadt. Die alte Zahnarztpraxis ist Schauplatz der Sound– und Lichtinstallation „Storm Room“ des Künstlerduos Janet Cardiff und George Bures Miller.


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Groll und Enttäuschung

Freiherr von Knigge lässt grüßen

Janet Cardiff und George Bures Miller: The murder of crowsBlick auf die Installation, (via)

Ich habe eine Rüge auszusprechen.
Ich war heute im Hamburger Bahnhof und habe mir endlich mal die Soundinstallation „The murder of crows“ von Janet Cardiff und George Bures Miller angeschaut. Ich weiß, das war reichlich spät; durch Uni, Vergesslichkeit und Umzugsstress bin ich allerdings nicht eher dazu gekommen.

Die Installation war fantastisch. Monumental, orchestral – kurz: einmalig. In der Mitte der eigens dafür freigehaltenen Haupthalle stand eine Anzahl Klappstühle, um sie herum waren geschätzte hundert Lautsprecher aufgebaut, hingen von der Decke, standen auf dem Boden, zwischen den Stühlen und in einiger Entfernung, sodass sie wie ein Dunstnebel die Besucher in ihrer Mitte umgaben. Man fand sich in einer einer konzertierten Geräuschkulisse wieder, die ihre volle Wirkung erst durch die ausgeklügelte räumliche Anordnung und Dynamik ihrer Elemente entwickelte.

Das Sinnesfeuerwerk war einzigartig. Die Stimmung schwankte irgendwo zwischen Dramatik, Verängstigung und Einengung und zeitweilig fühlte ich mich an die schaudrigeren Interpretationen von Alice im Wunderland erinnert, was mich ja eh schon seit jeher gefesselt hat.
Es hätte für mich das bisher intensivste Kunsterlebnis sein können.


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