Artikel mit dem Tag "interaktive Kunst"


Singendes Metall

Wie Jacob Kirkegaard dem Raum einen Klang gibt

Jacob Kirkegaard: Phonurgia metallis„Cuprum“ und „Aurichalcum“ aus dem Triptychon „Phonurgia metallis“, © Jacob Kirkegaard

In diesem Blog habe bereits einige Male meinen Hang zu Soundinstallationen durchscheinen lassen, jedenfalls sind diese hier wohl überproportional vertreten. Künstler wie Janet Cardiff & George Bures Miller etwa sind der Grund, warum mich diese kleine Sparte der Gegenwartskunst so fasziniert. Da werden allein durch die Kraft des Klanges und die Eigenheiten des Raumes ungeahnte Atmosphären erschaffen, die mit rein visuell kommunizierender Kunst selten erreicht werden.

Jacob Kirkegaard ist einer dieser Klangkünstler und gehört ganz nebenbei zu denen, die mich schon seit einiger Zeit besonders und auch nicht mehr loslassen. Anfang des Jahres empfahl ich bereits seine Soundinstallation „Haus der Mahre“ im KW Institute und nun hat mich eine weitere seiner einzigartigen Klangarbeiten begeistert:

Für „Phonurgia metallis“ nutzt er hauchdünne Metallplatten, um die Resonanz des Raumes einzufangen und hörbar zu machen. Ergebnis sind überwältigende Klangsphären, die sich dem Raum und seinen Schwingungen anpassen. Mehr dazu, natürlich auch Klangbeispiele gibt’s nach dem Klick.


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Tanz im Licht

Eindrücke von einer etwas anderen Lasershow

Raurouw: Shock control regression adaptationRaurouw: „Shock control regression adaptation“

Der gestrige Abend führte mich zu einer Vernissage in die Program Gallery unweit des Hamburger Bahnhofs, wo das Architektenquartett Raurouw sein jüngstes Werk „Shock control regression adaptation“ vorstellte. Wie bereits angekündigt, erwartete den Besucher eine interaktive Lichtinstallation, die die vier Phasen der Trauer – namentlich Schock, Kontrolle, Regression und Anpassung – aufgreifen und verarbeiten wollte.

Ob die Ausstellung dieses Versprechen einlösen konnte und wie es sich anfühlt, in einem abgedunkelten Raum mit stetig wechselndem Laserlicht umherzuwandeln – diese und andere Eindrücke warten nach dem Klick.


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Adaptation und Assimilation

Interaktive Lichtinstallation in der Program Galerie

Raurouw: shock control regression adaptation„shock control regression adaptation“, © Raurouw

Der Theologe Yorick Spiegel postulierte zu Beginn der Siebziger Jahre seine Theorie der vier Trauerphasen: Zunächst überwiege der Schock, bald jedoch die emotionsarme Kontrolle, woraufhin die Regression aus dem alltäglichen Leben und schließlich die Phase der Anpassung folge. Diese Theorie fand später viel Anklang und wird gemeinhin auf die Binsenweisheit „Trauern ist Anpassung“ verkürzt.

Eben diesen Sachverhalts will sich nun eine Lichtinstallation der Künstlergruppe Raurouw annehmen: Dazu entsenden sie Laserstrahlen durch die verdunkelten Räume der PROGRAM Galerie, lenken sie mittels Spiegeln um und modulieren sie analog zu den vier Trauerphasen in Farbe und Gestalt. Die Installation „shock control regression adaptation“ soll dazu mit den Besuchern interagieren und durch ihre Bewegungen gesteuert die Wechsel zwischen den einzelnen Phasen einläuten.


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Konservierte Erinnerungen

Zwei neue Projekte in der Temporären Kunsthalle

Haegue Yang: "Doubles and Couples - Version Berlin", Galerieansicht„Doubles and Couples – Version Berlin“, Haegue Yang

Die Temporäre Kunsthalle mauserte sich in den 17 Monaten ihres Bestehens schnell zu einem wichtigen Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst v.a. von Berliner und in Berlin wohnhaften Künstlern. Der Name verrät es schon, dem Dasein der Galerie ist eine Frist gesetzt, denn im August diesen Jahres, nach ziemlich genau zwei Jahren in der Berliner Kunstszene, wird sie zum letzten Mal ihre Pforten schließen. Bis dahin ist aber noch ein wenig Zeit und es gibt wieder einmal Neuigkeiten vom Schloßplatz:

Nach dem Berlinale-Ergänzungsprogramm „Auto-Kino!“ und Bettina Pousttchis Außeninstallation „Echo“ zeigt sich die Temporäre Kunsthalle seit gestern bzw. vorgestern innen wie außen in neuem Gewand. Am gestrigen Abend lud die Galerie zur Vernissage und ich habe die Gelegenheit genutzt, um einen ersten Eindruck von den neuen Projekten der Temporären Kunsthalle zu gewinnen.


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Die interaktive Kunst des Jeppe Hein

Einladende Offerten - oder - Die Mär von der Autonomie

Jeppe Hein: Neon Wall„Neon Wall“, © Jeppe Hein

Zeitgenössische Kunst – Contemporary Art –, eine Popkultur oder eine Kultur auf dem Weg dorthin, welche sich auch von anderen ihrer Art in einem Punkt nicht unterscheidet: Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Manch einer verfolgt die Nachrichten um sein künstlerisches Idol so intensiv, dass er nicht mehr kritisch denken kann (auch am 1. April nicht). „Der Kult des Künstlers“: Ikonen werden geboren, Ikonen sterben gelegentlich auch.

Ein solcher Stern am Kunsthimmel ist auch Jeppe Hein. Im Unterschied zu Damien Hirst und anderen verzichtet er jedoch auf publikumswirksame Skandale und Provokationen und fesselt die Betrachter seiner Werke lieber mit aussagekräftigen Lehren über Selbst– und Fremdbestimmtheit.


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