Artikel mit dem Tag "Ausstellung"


Tanz im Licht

Eindrücke von einer etwas anderen Lasershow

Raurouw: Shock control regression adaptationRaurouw: „Shock control regression adaptation“

Der gestrige Abend führte mich zu einer Vernissage in die Program Gallery unweit des Hamburger Bahnhofs, wo das Architektenquartett Raurouw sein jüngstes Werk „Shock control regression adaptation“ vorstellte. Wie bereits angekündigt, erwartete den Besucher eine interaktive Lichtinstallation, die die vier Phasen der Trauer – namentlich Schock, Kontrolle, Regression und Anpassung – aufgreifen und verarbeiten wollte.

Ob die Ausstellung dieses Versprechen einlösen konnte und wie es sich anfühlt, in einem abgedunkelten Raum mit stetig wechselndem Laserlicht umherzuwandeln – diese und andere Eindrücke warten nach dem Klick.


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Adaptation und Assimilation

Interaktive Lichtinstallation in der Program Galerie

Raurouw: shock control regression adaptation„shock control regression adaptation“, © Raurouw

Der Theologe Yorick Spiegel postulierte zu Beginn der Siebziger Jahre seine Theorie der vier Trauerphasen: Zunächst überwiege der Schock, bald jedoch die emotionsarme Kontrolle, woraufhin die Regression aus dem alltäglichen Leben und schließlich die Phase der Anpassung folge. Diese Theorie fand später viel Anklang und wird gemeinhin auf die Binsenweisheit „Trauern ist Anpassung“ verkürzt.

Eben diesen Sachverhalts will sich nun eine Lichtinstallation der Künstlergruppe Raurouw annehmen: Dazu entsenden sie Laserstrahlen durch die verdunkelten Räume der PROGRAM Galerie, lenken sie mittels Spiegeln um und modulieren sie analog zu den vier Trauerphasen in Farbe und Gestalt. Die Installation „shock control regression adaptation“ soll dazu mit den Besuchern interagieren und durch ihre Bewegungen gesteuert die Wechsel zwischen den einzelnen Phasen einläuten.


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Der Letzte macht das Licht aus

Die Kunsthalle verabschiedet sich mit einem Knall

Das Tollhaus des John BockDas Tollhaus des John Bock

Im September 2008 war’s, als auf dem Schlossplatz ein Projekt seine Taufe feierte, das von vornherein nur für zwei Jahre bestehen sollte. Nachdem sich zuvor zeigte, dass in Berlin eine Ausstellungsplattform für heimische und hier sesshaft gewordene Künstler fehlte, konnte das privat initiierte Projekt der Temporären Kunsthalle den Senat überzeugen und so kam es auch im Juni 2008 zum ersten Spatenstich.

In dieser kurzen Zeit konnte sich der Ausstellungsort erstaunlich schnell als wichtige Adresse in der Berliner Kunstszene etablieren. Nun rückt das Jubiläum immer näher; die Temporäre Kunsthalle wird an ihrem zweiten Geburtstag zu Grabe getragen werden. Gestern feierte die letzte Ausstellung „FischGrätenMelkStand“ ihre Vernissage. Ich war vor Ort und habe mir ein Bild gemacht. Ein Bild, dass allen Gewohnheiten der Kunstrezeption widerspricht.


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Art Barter: Ein Bericht

I bartered for art

Art Barter: Viele Angebote, doch nur wenige werden Kunst eintauschen könnenArt Barter: Viele Angebote, doch nur wenige werden Kunst eintauschen können

Nachdem gestern die deutsche Elf die Menschen in die Biergärten und vor die Fernseher lockte, war die Berliner Innenstadt bis auf ein paar Touristen (Franzosen? Italiener?) wie leergefegt. Der beste Zeitpunkt also, um sich der Kunst zu widmen.

Wie bereits angekündigt, fand am vergangenen Wochenende die erste Ausgabe von Art Barter auf deutschem Boden statt. Ich war vor Ort, habe viel spekuliert und auch selbst ein Angebot abgegeben. Was Art Barter eigentlich ist und wie die Ausstellung war? Mehr dazu nach dem Klick.


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Von der Aura der Kunst

Warum nur der direkte Kontakt zum Werk zählt

Anthony Goicolea: Jettison„Jettison“ (wie man es im Internet sieht), © Anthony Goicolea

Kunst im Internet hat einen entscheidenden Nachteil: Trotz der schnellen Verfügbarkeit einer Unzahl von Werken von einer Myriade Künstlern aus allen vier Enden der Welt ist doch nie gesichert, dass die Rezeption all dieser Werke im Internet, auf Abbildungen in Zeitschriften, Büchern und Katalogen dieselbe ist wie die in der Galerie, wenn man Angesicht zu Angesicht mit dem Kunstwerk in Kontakt tritt.

Das Ausmaß dieser Diskrepanz ist unberechenbar. Sowohl das eine Extrem, dass das Werk in natura energiegeladener, geheimnisvoller, einnehmender  – kurz: eindrucksvoller – daher kommt, als auch das konträre Extrem, nämlich dass das Gegenübertreten in der Galerie zu einer unerwarteten Enttäuschung wird, sind alles andere als selten anzutreffen. Wenn man einem Kunstwerk eine Aura zuschreiben möchte, dann ist das wohl der Punkt, auf dem man seine Argumentation stützen würde. Denn diese Aura, sofern sie tatsächlich fassbar ist, geht auf bloßen Abbildungen verloren.

Gombrich schreibt darüber, ebbe sieht ebenfalls diesen Knackpunkt und auch ich bin mir dieses Problems bewusst. Ich schreibe hier viel über Rauminstallationen und oftmals auch über Künstler, deren Werke ich (noch) nicht in Galerien oder Museen gesehen habe. Dass dabei Imagination und kognitives Lückenausbessern eine Rolle spielen, liegt in der Natur der Sache, doch kürzlich war ich selbst wieder überrascht, wie stark sich ein Eindruck wandeln kann, wenn man ein Kunstwerk das erste Mal in natura sieht.

Es geht um Anthony Goicoleas Arbeiten, die in seiner aktuellen Ausstellung „DECEMBERMAY“ bei ScheiblerMitte zu sehen sind und über die ich ja bereits voller Begeisterung schrieb. Vor Ort stellten sich die Dinge dann doch anders dar…


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Urbane Dissonanzen

Von den sozialen Kontrasten der modernen Großstadt

Gabriel Orozco: Isla en la isla„Isla en la isla“, © Gabriel Orozco

Im Jahre 2007 lebte laut UNO mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, im Jahre 1800 waren es gerade einmal 3%. Diese drastische Verstädterung, die insbesondere in den Schwellen– und Entwicklungsländern in einer unglaublichen Geschwindigkeit vorangetrieben wird, bringt unweigerlich eine Vielzahl von neuen Herausforderungen mit sich, von agrarökonomischen Problemen bishin zu energiewirtschaftlicher Leistungssteigerung. Aber vor allen Dingen auch sozio-psychologische und soziale Probleme entwachsen dieser rasanten Entwicklung, die häufig zu einer großen Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten der Stadt führen.

Hier sind es die Favelas und Slums der leuchtenden Metropolen Südamerikas und Südostasiens, dort ist es die wachsende Obdachlosenrate nordamerikanischer und anderer westlicher Großstädte, die im scharfen Kontrast zu den hochaufragenden Bürotürmen der schönen, neuen Welt stehen.

Und wie so oft ziehen gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen auch hier das Interesse zeitgenössischer Künstler auf sich, die in diesem Fall die vielen Facetten dieser urbanen Dissonanz erfassen und oftmals auch erst publik machen.


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Drei Mal Gallery ohne Weekend

Abseits des Rummels lockt auch anderes

Anthony Goicolea: Black House„Black House“, © Anthony Goicolea (@ Aurel Scheibler)

Heute beginnt ja bekanntlich das renommierte Gallery Weekend, das weltweit als wichtiges Kunstevent bekannt ist. Wie schon zu Beginn des Monats berichtet, nehmen dieses Jahr vierzig Galerien an dem großen Kunstreigen teil. Dass diese wieder einmal die hohen Besucherzahlen loben werden, dürfte gewiss sein, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diverse Kunstmagazine und –webseiten bereits ihre Empfehlungen ausgesprochen haben, weshalb ich es mir an dieser Stelle erlaube, nicht auch noch meinen Teil dazu beizusteuern.

Denn schließlich bedeutet die Präsenz eines so großen Kunstfestivals nicht, dass all die anderen Galerien und Museen ihr Programm einstellten und am Montag wieder aus ihrem Tiefschlaf erwachten. Ganz im Gegenteil, abseits des großen Kunstrummels gibt es so manche Ausstellung oder Vernissage, die einen Besuch an diesem sonnigen Wochenende wert sein dürfte.


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Als die Feldherren mit Blut malten

Verismus und Neue Sachlichkeit im Kulturforum

„Der letzte Ausweg“, Oskar Nerlinger (Foto: Volker-H. Schneider, via SMB) Mit gemischten Gefühlen betrat ich am Sonnabend Nachmittag die ehrwürdigen Hallen des Kulturforums, schließlich zog mich nur ein einzelnes Bild in die neue Ausstellung „Gefühl ist Privatsache“, die mit 130 Werken einen Überblick über die beiden bedeutenden Stilrichtungen zwischen den Kriegen  –  der Verismus und der Realismus […]


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Kunst-Highlights im April

3 Empfehlungen für das Berliner Kunstleben im April

Marc Bijl: Dark Symbolism„Dark Symbolism“, Marc Bijl (@ Senatsreservenspeicher)

Berlin taut wieder auf. Der Winter ist endgültig vorbei und der Frühling beginnt bereits mit recht sommerlich anmutenden Tagen. Kein Wunder also, dass auch die Innenstadt wieder aus dem Winterschlaf erwacht, die Straßen wieder mit Leben gefüllt sind. Die Stadt blüht wieder auf und da ziehen natürlich auch die Galerien und Museen nach und bieten den Berlinern und Berlinbesuchern im April einige Schmankerl.

Von den vielen Ankündigungen für diesen Monat sind nach dem Klick die vielversprechendsten Ausstellungen und Veranstaltungen hübsch miteinander versammelt: -


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Konservierte Erinnerungen

Zwei neue Projekte in der Temporären Kunsthalle

Haegue Yang: "Doubles and Couples - Version Berlin", Galerieansicht„Doubles and Couples – Version Berlin“, Haegue Yang

Die Temporäre Kunsthalle mauserte sich in den 17 Monaten ihres Bestehens schnell zu einem wichtigen Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst v.a. von Berliner und in Berlin wohnhaften Künstlern. Der Name verrät es schon, dem Dasein der Galerie ist eine Frist gesetzt, denn im August diesen Jahres, nach ziemlich genau zwei Jahren in der Berliner Kunstszene, wird sie zum letzten Mal ihre Pforten schließen. Bis dahin ist aber noch ein wenig Zeit und es gibt wieder einmal Neuigkeiten vom Schloßplatz:

Nach dem Berlinale-Ergänzungsprogramm „Auto-Kino!“ und Bettina Pousttchis Außeninstallation „Echo“ zeigt sich die Temporäre Kunsthalle seit gestern bzw. vorgestern innen wie außen in neuem Gewand. Am gestrigen Abend lud die Galerie zur Vernissage und ich habe die Gelegenheit genutzt, um einen ersten Eindruck von den neuen Projekten der Temporären Kunsthalle zu gewinnen.


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