Benefiz-Auktion für das Autocenter

26. März 2014 von Matthias Planitzer
41 bekannte Künstler spendeten Arbeiten zum Erhalt des Projektraumes

Das Berliner Autocenter kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Vor zwölf Jahren feierte der Projektraum mit einer Einzelausstellung Hester Oerlemans‘ sein Debüt. Seitdem wurden namhafte Größen wie Olafur Eliasson, Urs Fischer, Christoph Schlingensief, Thomas Zipp, Jonathan Meese, André Butzer, Christian Jankowski und etliche andere Künstler gezeigt, die heute einen integralen Bestandteil der Berliner und teils auch internationalen Kunstszene darstellen. Einige von ihnen stellten hier vor vielen Jahren aus, als ihr Name nur Eingeweihten bekannt war. Olaf Holzapfel gastierte im Jahre 2008 für gerade einmal zwei Tage, fünf Jahre später war er auf der Venedig-Biennale präsent, gewann kürzlich den Altenbourg-Preis und wird derzeit bei Gagosian in Paris gezeigt.  Auch andere der hier gezeigten Künstler wuchsen seitdem zu einer Größe und Qualität heran, die manchmal sogar absehbar war. Und das Autocenter wuchs mit ihnen. Heute gehört es zu den festen Adressen des Berliner Kunstbetriebs und ist nicht nur für die Qualität seiner Schauen, sondern auch seine erfrischende, lockere Herangehensweise an das Ausstellungsmachen und die langen, langen Vernissagen bekannt.

Nun laden die Betreiber Joep van Liefland und Maik Schierloh (mit denen wir im Herbst ein Interview führten) und der Freundeskreis des Autocenters zu einer Benefiz-Auktion, um auch in den kommenden Monaten die dringend notwendigen Gelder für den teuren Ausstellungsbetrieb aufbringen zu können. 41 namhafte Künstler, die mit dem Projektraum eng verbunden sind, so auch Butzer, Eliasson, Olaf Nicolai, Karin Sander, Jorinde Voigt oder Jonathan Monk spendeten je eine Arbeit, um am kommenden Sonnabend ab 16:00 Uhr an den Höchstbietenden verkauft zu werden.

Bereits 2012 wurde eine solche Auktion veranstaltet, wobei alle Arbeiten gleich im ersten Durchgang verkauft wurden und somit ein Gesamterlös von 85.000 Euro erzielt werden konnte. Schierloh und van Liefland hoffen nun wieder auf ein ähnliches oder gar besseres Ergebnis. Die Hoffnung ist nicht unberechtigt: Die im Auktionskatalog verzeichneten Schätzwerte summieren sich zwischen 137.200 und 199.350 Euro.

Dabei dürften manche der taxierten Preise noch niedrig sein, bedenkt man, daß etwa Timur Si-Qins gebackenen Yoga-Matten durch die kürzlichen Ausstellungen in Kassel oder bei Société enorm an Wert gewonnen haben dürften, daß David Ostrowskis Gemälde in Miami für Sensationspreise verkauft wurden und auch Jorinde Voigts Arbeiten in den letzten Jahren eine Wertsteigerung um mehr als das Vierfache erzielten. Auch andere sich derzeit rasant entwickelnde Künstler und Künstlerinnen wie Yngve Holen, Oliver Laric und Eva Berendes spendeten Arbeiten, deren künstlerische und finanzielle Wertaussichten durchweg positiv zu beurteilen sind. So überrascht es auch nicht, daß in der angeschlossenen Online-Auktion bereits für die meisten Lose Gebote abgegeben wurden.

Wer mitbieten und damit zum Erhalt des Autocenters beitragen möchte, sollte sich also auf eine leidenschaftliche Konkurrenz einstellen. Heute Abend ab 19:00 Uhr sowie in den nächsten Tagen können die zur Versteigerung kommenden Kunstwerke besichtigt werden, ehe am Sonnabend die Auktion eingeläutet wird. Wir wünschen allen Mitbietenden viel Spaß und Erfolg sowie dem Autocenter hohe Erlöse, um auch in Zukunft eine feste Adresse in der Berliner Kunstwelt bleiben zu können.

Maik Schierloh und Joep van Liefland

Maik Schierloh und Joep van Liefland

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