Neues vom Hotel Marienbad

15. März 2010 von Matthias Planitzer
Flyer für "Haus der Mahre" Dass mit dem KW Institute for Contemporary Arts immer gerechnet werden muss, dürfte unter Berliner Kunstfreunden bereits angekommen sein. Schrieb ich vor kaum mehr als einer Woche über das kommende Projekt "Cold Turkey", bei dem nach bisherigen Informationen Künstler einen Drogenentzug unternehmen sollten, ist nun mehr bekannt. Auf der Webseite der Galerie heißt es dazu: Der Konsum von Drogen findet in einer gesellschaftlichen Grauzone statt, der in der Kunstwelt traditionell eine besondere Bewertung zwischen rauschhafter Entgrenzung und künstlerischer Enttabuisierung erfährt. Gestützt durch eine Ikonografie des Rausches und gerahmt vom Mythos rauschhafter Feste, wird das Zerstörerische des Drogenkonsums dabei schnell ausgeblendet. Mit der Einladung besteht das reale Angebot an einem geschützten Ort einen Drogenentzug unter medizinischer Betreuung durchzuführen. Das Gesuch nach Teilnehmern war also ernst gemeint. Soll hier der Mythos des Künstlers dekonstruiert werden? Soll mit Klischees aufgeräumt, sollen Vorurteile beseitigt werden? Diese Fragen werden wohl erst im April geklärt werden können. Bis dahin können sich Neugierige aber über eine andere Veranstaltung des KW Institutes freuen. Am Donnerstag nämlich wird der Däne Jacob Kirkegaard sein Klangkunstwerk "Haus der Mahre" vorstellen. Hierzu lud der Künstler in 16 aufeinander folgenden Nächten 16 Personen in die Suite des Hotel Marienbads ein und nahm die nächtlichen Geräuschkulissen aus Schnarchen, Schlafreden u.Ä. auf und arrangierte sie zu einer "mehrschichtige[n] Komposition, die den BesucherInnen zugleich ein akustisches Traumprotokoll des Hotelzimmers erfahrbar macht". Los geht's am Donnerstag, den 18. März um 18.00 Uhr im Hotel Marienbad/KW Institute for Contemporary Arts Auguststraße 69, 10117 Berlin Ich werde mir das jedenfalls nicht entgehen lassen! Wir sehen uns!

Flyer für "Haus der Mahre"Fly­er für »Haus der Mah­re«

Dass mit dem KW Insti­tu­te for Con­tem­pora­ry Arts immer gerech­net wer­den muss, dürf­te unter Ber­li­ner Kunst­freun­den bereits ange­kom­men sein. Schrieb ich vor kaum mehr als einer Woche über das kom­men­de Pro­jekt »Cold Tur­key«, bei dem nach bis­he­ri­gen Infor­ma­tio­nen Künst­ler einen Dro­gen­ent­zug unter­neh­men soll­ten, ist nun mehr bekannt. Auf der Web­sei­te der Gale­rie heißt es dazu:

Der Kon­sum von Dro­gen fin­det in einer gesell­schaft­li­chen Grau­zo­ne statt, der in der Kunst­welt tra­di­tio­nell eine beson­de­re Bewer­tung zwi­schen rausch­haf­ter Ent­gren­zung und künst­le­ri­scher Ent­ta­bui­sie­rung erfährt. Gestützt durch eine Iko­no­gra­fie des Rau­sches und gerahmt vom Mythos rausch­haf­ter Fes­te, wird das Zer­stö­re­ri­sche des Dro­gen­kon­sums dabei schnell aus­ge­blen­det.
Mit der Ein­la­dung besteht das rea­le Ange­bot an einem geschütz­ten Ort einen Dro­gen­ent­zug unter medi­zi­ni­scher Betreu­ung durch­zu­füh­ren.

Das Gesuch nach Teil­neh­mern war also ernst gemeint. Soll hier der Mythos des Künst­lers dekon­stru­iert wer­den? Soll mit Kli­schees auf­ge­räumt, sol­len Vor­ur­tei­le besei­tigt wer­den?

Die­se Fra­gen wer­den wohl erst im April geklärt wer­den kön­nen. Bis dahin kön­nen sich Neu­gie­ri­ge aber über eine ande­re Ver­an­stal­tung des KW Insti­tu­tes freu­en. Am Don­ners­tag näm­lich wird der Däne Jacob Kir­ke­gaard sein Klang­kunst­werk »Haus der Mah­re« vor­stel­len.

Hier­zu lud der Künst­ler in 16 auf­ein­an­der fol­gen­den Näch­ten 16 Per­so­nen in die Sui­te des Hotel Mari­en­bads ein und nahm die nächt­li­chen Geräusch­ku­lis­sen aus Schnar­chen, Schlaf­re­den u.Ä. auf und arran­gier­te sie zu einer »mehrschichtige[n] Kom­po­si­ti­on, die den Besu­che­rIn­nen zugleich ein akus­ti­sches Traum­pro­to­koll des Hotel­zim­mers erfahr­bar macht«.

Los geht’s am
Don­ners­tag, den 18. März
um 18.00 Uhr
im Hotel Marienbad/KW Insti­tu­te for Con­tem­pora­ry Arts
August­stra­ße 69, 10117 Ber­lin

Ich wer­de mir das jeden­falls nicht ent­ge­hen las­sen! Wir sehen uns!