Abendschule für Kunstverständnis

Über die neue Veranstaltungsreihe im KW Institute

Flyer: Abendschule: Vergleichendes Sehen. HeuteFlyer (via)

Soeben flat­terte eine Mail in mein Post­fach, die ich fast schon in die Tie­fen des Spa­m­ord­ners ver­bannt hätte. Aller­dings über­zeugte das bewor­bene Kon­zept auf Anhieb und so will ich euch die Neu­ig­keit nicht vorenthalten:

Das KW Insti­tute for Con­tem­porary Art lädt von mor­gen bis zum 17. Dezem­ber immer diens­tags und don­ners­tags zu ins­ge­samt fünf Tei­len einer neuen Ver­an­stal­tungs­reihe unter dem Namen “Abend­schule: Ver­glei­chen­des Sehen. Heute” ein. An jenen Aben­den wird man sich einem Instru­ment wid­men, dass so alt wie zeit­los ist, dem Ver­glei­chen­den Sehen.

Dabei wer­den zwei Werke neben­ein­an­der an die Wand pro­ji­ziert um dann – eben ver­glei­chend – betrach­tet zu wer­den. Mag sein, dass das jetzt die meis­ten Kunst­stu­den­ten nicht vom Hocker haut, doch für nicht-professionelle Kunst­en­thu­sia­sis­ten wie mich klingt das sehr inter­es­sant. Denn die “Abend­schule” will dies anders gestal­ten, sie holt “diese wis­sen­schaft­li­che Prak­tik in den Aus­stel­lungs­kon­text, befreit sie vom dok­tri­nä­ren Gebrauch und stellt die Vor­ge­hens­weise in Frage. Sie for­dert zu uner­war­te­ten Ver­suchs­an­ord­nun­gen auf und gibt Raum für die Metho­dik stüt­zende oder stür­zende Vergleiche.”

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Zwischen Stalagtiten und Stalagmiten

These - Antithese - Synthese

Onishimaki + Hyakudayuki: Cave in a dream“Cave in a dream”, © Onis­hi­maki + Hyakudayuki

Tropf­stein­höh­len fand ich schon als Kind groß­ar­tig: Ihre lang­sam gewach­se­nen Säu­len ent­sprin­gen der Ober– oder der Unter­welt, suchen ein­an­der um sich irgend­wann als fra­gile Brü­cken zu ver­ei­ni­gen, die bei­den Wel­ten zu ver­bin­den um ganz neben­bei die Last der unse­ren Welt zu tra­gen. Man kann ihnen quasi beim Wach­sen zuschauen, wenn auch nur in ver­schwin­dend gerin­gem Maße, und hat beim Wan­deln in die­sem Stein­wald immer­hin den Ansatz einer Vor­stel­lung, wie lange diese gro­tes­ken Gebilde wohl schon exis­tie­ren mögen.

Eine wei­tere Beob­ach­tung zeigt, dass jeder Trop­fen, den ein Sta­lak­tit fal­len lässt, nach­dem er ihm einen Teil sei­ner gelös­ten Mine­ra­lien ent­zo­gen hat, wie­derum den am Boden wach­sen­den Sta­lag­mi­ten nährt, des­sen Gestalt jedoch durch den har­ten Auf­prall der Trop­fen bedingt um eini­ges lang­sa­mer ent­steht, zudem gedrun­ge­ner und mas­si­ger erscheint. Irgend­wann jedoch ver­schmel­zen beide Tropf­steine und for­men eine Säule – ein Vor­gang, den man auch mit­tels der Kunst der Dia­lek­tik auf­fas­sen kann.
Eben dies hat das junge Archi­tek­ten­duo Onis­hi­maki + Hya­ku­dayuki getan und im Hof des Museum of Con­tem­porary Art Tokyo eine Instal­la­tion erschaf­fen, die jene zwei Wel­ten in Szene setzt.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Von den Grenzen der Wahrnehmung

Ausstellung im KW Institute for Contemporary Arts

John Baldessari: Time/Temperature“Time/Temperature”, © John Bal­des­sari

Wahr­neh­mung ist eine über­aus kom­plexe Sache, nicht nur aus medi­zi­ni­scher und psy­cho­lo­gi­scher Sicht. Auch die ver­schie­de­nen Teil­ge­biete und Schu­len der Phi­lo­so­phie haben ihre eige­nen Ideen und Vor­stel­lun­gen von der Wahr­neh­mung und der Kogni­tion, also der Ver­ar­bei­tung der wahr­ge­nom­me­nen Daten, entwickelt.

Der (moderne) Mensch indes hat es geschafft die phy­sio­lo­gi­schen Gren­zen sei­ner Wahr­neh­mung zu erwei­tern und mit­hilfe von Tech­nik und Medi­zin diese Errun­gen­schaf­ten auch im All­tag ein­zu­set­zen. Im ein­fachs­ten Falle sind das Brille und Hör­ge­rät, aber auch Fern­se­her, Antenne und Strom­uhr sind Instru­mente, die für uns Grö­ßen erfas­sen und mes­sen, die wir durch eige­nes Unver­mö­gen wesent­lich schlech­ter oder gar nicht wahr­neh­men wür­den. Den Fol­gen – und vor allen Din­gen den Kom­pli­ka­tio­nen –, die dar­aus ent­ste­hen, wid­met sich ab Sonn­abend eine recht viel­ver­spre­chende Aus­stel­lung im KW Insti­tute for Con­tem­porary Arts.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Wuchernd, raumgreifend, infiltrativ

Dennis Feddersens unermüdlich wachsende Werke

Dennis Feddersen: Parasite #17“Para­site #17″, © Den­nis Feddersen

Der geneigte Leser hat mög­li­cher­weise schon fest­ge­stellt, dass mein beson­de­res Fai­ble für Instal­la­tio­nen sich auch in die­sem Blog wider­spie­gelt. Ihre viel­fäl­ti­gen Inter­ak­tio­nen mit Raum, Ort und Zeit las­sen ein brei­tes Spek­trum an künst­le­ri­schen Mög­lich­kei­ten zu: Der Raum will erobert, er will beherrscht wer­den. Und mit ihm der Betrach­ter. Vom psy­cho­lo­gi­schen Stand­punkt aus betrach­tet haben Räume einen nicht zu unter­schät­zen­den Ein­fluss auf unser Befin­den: In einer weit­läu­fi­gen Halle füh­len wir uns frei, klein, mit­un­ter ver­lo­ren; Jen­ni­fer All­oras und Guil­lermo Cal­zadil­las Werk “Com­pass”, für das sie die Decke der Tem­po­rä­ren Kunst­halle knapp über den Köp­fen der Besu­cher gespannt haben, ver­mag einen buch­stäb­li­chen Druck aus­zu­üben und Beklem­mun­gen aus­zu­lö­sen und wer schon ein­mal durch die Edi­son­straße in Ober­schö­ne­weide gefah­ren ist, wird wis­sen, was ein wah­rer Tun­nel­blick ist.

Daher freut es mich jedes Mal umso mehr, Instal­la­tio­nen auf­ge­spürt zu haben und zu erle­ben, die bis ins letzte Detail so kon­se­quent aus­ge­ar­bei­tet sind, die der­art ein­drück­lich mit ihrem Raum agie­ren, dass die pure Emo­tion über­springt.
Das kann man wohl auch guten Gewis­sens von den Arbei­ten des Ber­li­ners Den­nis Fed­der­sen behaup­ten, der in sei­nen Wer­ken viel Übung beweist. Seine ver­blüf­fend leben­dig wir­ken­den Instal­la­tio­nen erobern den Raum und schei­nen unauf­hör­lich zu wach­sen, zu wuchern und letzt­lich den Raum ganz einzunehmen.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Winterliche Kunsttermine

Neues im Berliner Kunstkalender

via flickr(via)

Die Uhren zei­gen eine neue Zeit an, die Tage errei­chen bald ihr Höchst­maß an Dun­kel­heit und was liegt da näher, als die trübe Stim­mung mit ein wenig Kunst auf­zu­hel­len? Je schlech­ter das Wet­ter, desto bes­ser lässt es sich in Ber­lin Kunst erle­ben. Grund genug, die wich­tigs­ten Ter­mine des Novem­bers ins Gedächt­nis zu rufen:

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …