The beauty of death

Patrik Budenz' ungewohnte Perspektiven

Patrik BudenzOhne Titel (aus “Post mor­tem”), © Patrik Budenz

Es gibt Dinge, Orte, The­men im Leben, die wegen ihrer teils unan­ge­neh­men, teils befremd­li­chen Natur ver­drängt und igno­riert wer­den. Dies betrifft ins­be­son­dere alles, was mit dem Ster­ben oder dem Tod zu tun hat – es erin­nert uns an unser eige­nes Schick­sal und es scheint, nur durch die Ver­drän­gung einer Aus­ein­an­der­set­zung ver­möge man sich wie­der auf das Hier und Jetzt besin­nen zu kön­nen. Die­ser Gedanke ist aller­dings nicht zu Ende gedacht, denn das künst­li­che Aus­gren­zen die­ses The­mas hüllt es gleich­zei­tig in einen dunk­len Schleier der Unwissenheit.

Durch meine Zivil­dienst­zeit auf einer Pal­lia­tiv­sta­tion und die Mög­lich­keit des Stu­di­ums, ein Prak­ti­kum in den uni­ver­si­tä­ren und städ­ti­schen gerichts­me­di­zi­ni­schen Insti­tu­ten Ber­lins zu absol­vie­ren, habe ich mitt­ler­weile einen ande­ren Blick auf das Thema gewon­nen. Der Tod gehört letzt­lich zum Leben dazu und wie tra­gisch und dra­ma­tisch er auch kom­men mag, oft­mals lässt sich im Detail eine gewisse Ästhe­tik, im unmensch­lich anmu­ten­den eine ganz natür­li­che Note erkennen.

Dann stol­perte ich kürz­lich über einige der Arbei­ten des Ber­li­ner Foto­gra­fen Patrik Budenz, der eben diese sub­ti­len Momente ein­fängt. Mein Inter­esse war spä­tes­tens dann geweckt, als ich die Mit­ar­bei­ter, die Räume und das Inven­tar des Ber­li­ner Lan­des­in­sti­tuts für Rechts­me­di­zin wie­der­er­kannte, denn für Budenz wurde offen­sicht­lich die große Aus­nahme gemacht, dass er in die­ser streng ver­trau­li­chen und sen­si­blen Atmo­sphäre seine Fotos anfer­ti­gen durfte. Was folgt, ist eine erstaun­lich rea­lis­ti­sche Dar­stel­lung des­sen, was Rechts­me­di­zi­nern und Bestat­tern ein all­täg­li­ches Bild bie­tet – sen­si­blen Per­so­nen möchte ich trotz des scho­nungs­lo­sen Umgangs den Rest des Arti­kels anempfehlen.

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Zwischen Tradition und Umbruch

Porträts afrikanischer Stammesfürsten und Monarchen

Daniel Lainéel Hadji Mama­dou Kabir Usman, Emir von Katsina (Nige­ria), © Daniel Lainé

Eine mei­ner vie­len Inter­es­sen ist die Eth­no­lo­gie, die Völ­ker­kunde. Auf der Suche nach einem neuen Bild­band bin ich auf ein mitt­ler­weile schon neun Jahre altes Buch von Daniel Lainé gesto­ßen, des­sen Bild­ma­te­rial wie­derum aus den Jah­ren 1988 – 1991 stammt. Den­noch bleibt sein Thema aktu­ell, denn Lainé hat in die­sen Jah­ren die afri­ka­ni­schen Fürs­ten und Mon­ar­chen bei Hofe besucht und in roya­ler Manier por­trä­tiert. Die Bil­der stel­len jedoch nicht nur Zeit­do­ku­mente feu­da­ler Gesell­schafts­spit­zen dar, sie zei­gen auch einen künst­le­ri­schen Cha­rak­ter, wenn auf sub­tile Art und Weise die typi­schen Ent­wick­lun­gen und Stil­blü­ten die­ser Gesell­schaf­ten zwi­schen tra­dier­ten und west­li­chen Nor­men ein­ge­fan­gen werden.

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