Cover gesucht

Deine Meinung ist gefragt

Bei uns an der Uni läuft das fol­gen­der­ma­ßen: Jedes Win­ter­se­mes­ter wird neu imma­tri­ku­liert und mit einer Ori­en­tie­rungs­ein­heit begon­nen, in der die frisch­ge­ba­cke­nen Ersties in den Uni­all­tag und das Stu­dium ein­ge­führt wer­den. Diese bei­den OE-Wochen orga­ni­siert tra­di­ti­ons­ge­mäß der vor­her­ge­hende Jahr­gang und so fiel einem fähi­gen Kom­mi­li­to­nen und mir die Auf­gabe zu, dass zuge­hö­rige Block­buch zu ent­wer­fen, in dem alle wich­ti­gen Infos gesam­melt auf­ge­führt wer­den. Ein sol­ches Block­buch braucht frei­lich ein Cover – in die­sem Fall sogar zwei, weil von bei­den Sei­ten les­bar – und da kommst du ins Spiel: Ich habe bis jetzt sechs Ent­würfe fer­tig­ge­stellt und kann mich nicht ent­schei­den, wel­ches am bes­ten aus­schaut. Und da ich den Lesern von Cas­tor & Pol­lux mehr ästhe­ti­sches Fein­ge­fühl zutraue als dem Gros mei­ner Kom­mi­li­to­nen (ohne das böse zu mei­nen), suche ich an die­ser Stelle als ers­tes nach Mei­nung und Ratschlag.

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Der etwas andere Wahlkampf

Wahlplakate, die ein wenig über die Stränge schlagen

Auktionshaus BundestagswahlMeine Ein­sen­dung, “Auk­ti­ons­haus Bundestagswahl”

Die Bun­des­tags­wahl naht mit gro­ßen Schrit­ten, nur noch ein wenig mehr als ein Monat bis Mil­lio­nen Deut­sche an die Urnen tre­ten. Der Wahl­kampf ist längst eröff­net und wie so üblich pflas­tern mehr oder min­der gelun­gene Wahl­pla­kate der hoff­nungs­vol­len Kan­di­da­ten die bun­des­deut­schen Groß­städte. Also eine Aus­gangs­lage, die wie geschaf­fen für den gemei­nen Ad-Buster ist.

Grund genug für Alain von rebel:art, dar­aus einen Wett­be­werb zu machen, bei dem jeder auf­ge­ru­fen ist, seine Ideen ein­zu­sen­den. Einige gelun­gene Bei­spiele sind auf der Seite schon zu sehen und ich bin gespannt, wel­che Ent­würfe das Ren­nen machen. Seid dabei, werft Pho­to­shop an und wer­det kreativ!

Zuckersüß, aber nicht zum Anbeißen

Kunst mit Zuckerwatte

Stephen Shanbrook: Slapped in the face until your shit turns red“Slap­ped in the face until your shit turns red”, © Ste­phen Shanabrook

Meine per­sön­li­chen Kind­heits­er­in­ne­run­gen an Weih­nachts­märkte und Volks­feste sind durch das regel­mä­ßig wie­der­keh­rende High­light in Form des Zucker­wat­te­stan­des geprägt. Diese wei­chen Zucker­fä­den, die wie durch Zau­ber­hand aus der Maschine kamen und einem zum Ende des Genus­ses die Mund­win­kel ver­kleb­ten, haben mich im Sturm erobert. Mitt­ler­weile bin ich ein wenig älter, Zucker­watte bes­ten­falls eine ein­ge­staubte Kind­heits­er­in­ne­rung und im schlech­tes­ten Fall eine Kalo­ri­en­bombe ers­ter Klasse. Aber weit gefehlt, sie kann noch mehr: Ste­phen Shan­ab­rook hat sie als neu­ar­ti­ges Medium ent­deckt und damit bereits so manch Inter­es­san­tes geschaffen.

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Identitätskrise

Ein Hauch von Magritte

Greg Sand: Anderson Family Portraits: Widowed Father“Ander­son Family Por­traits: Wido­wed Father”, © Greg Sand

In letz­ter Zeit kann ich mich mehr und mehr für Foto­gra­fie begeis­tern, habe mir sogar eine alte Pola­roid gekauft um damit ein wenig zu expe­ri­men­tie­ren. In die­ser neu gewon­nen Begeis­te­rung stol­pere ich dann über die Bil­der eines gewis­sen Greg Sand und bin sofort hin und weg. Sie spra­chen in einer Meta­pho­rik, für die ich schon immer etwas übrig hatte. Greg Sands Por­träts sind buch­stäb­lich gesichts­los, ent­beh­ren sel­ten einer gewis­sen Tra­gik und tra­gen zu alle­dem den Charme ver­gan­ge­ner Zeiten.

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Thoughts unsaid, then forgotten.

Fade to white. Fade to brown.

Bas Jan Ader: Thoughts unsaid, then forgotten“Thoughts unsaid, then for­got­ten”, © Bas Jan Ader

Im Jahre 1973 wur­den diese Worte in grau-blauer Farbe auf eine der Wände der Nova Sco­tia School of Art and Design im kana­di­schen Hali­fax geschrie­ben; alles ver­lief nach Anwei­sun­gen, die Bas Jan Ader aus der Ferne sandte. Dane­ben sollte ein ein­fa­cher Strauß Blu­men gestellt wer­den, wel­che Sorte sei egal, nur keine Rosen. Nach eini­gen Tagen wur­den die Worte in dem­sel­ben Weiß der Gale­rie­wände über­stri­chen, aus­ge­löscht, gleich­ge­macht. Nichts erin­nerte mehr an jene Inschrift. Die Blu­men ver­blie­ben an ihrem Platz, bis zum Ende der ein­wö­chi­gen Aus­stel­lung welk­ten sie unbe­rührt an der Stelle, wo zuvor noch die Worte geschrie­ben standen.

Für gewöhn­lich folgt an die­ser Stelle eine tie­fere Betrach­tung, doch in die­sem Fall beschränke ich mich dar­auf, es ein­fach so ste­hen und wir­ken zu las­sen. Viel­fach wur­den diese vier Worte nach Aders Tod von ande­ren Künst­lern in ande­ren Wer­ken benutzt, jedoch bleibt das Ori­gi­nal uner­reicht. Zurecht, wie ich finde. Ich bin immer noch verzaubert.