Archiv für Mai 2009


No more sugar for the monkey

Neuentdeckung im Wedding. Und 'ne Ausstellung.

No sugar for the monkeys(via)

Vergangene Woche fuhren ebbé, eine gute Freundin von ihr und ich in den Wedding und fanden uns vor den Türen einer leer stehenden Schwimmhalle, dem Stadtbad Wedding wieder. Direkt an der Panke gelegen thront dieser Betonkoloss dunkel über der Umgebung, doch an diesem Abend war der lange verlassene Bau erleuchtet.
Denn es ging in den Untergrund. Auf uns wartete ein krasser Rundgang durch die Katakomben, zwischen Rohren und Kesseln wollten die Kunstwerke der Ausstellung „No more sugar for the monkey“ entdeckt werden. Uns bot sich ein einmaliges Erlebnis, wie wir es nicht erwaret hätten.


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Groll und Enttäuschung

Freiherr von Knigge lässt grüßen

Janet Cardiff und George Bures Miller: The murder of crowsBlick auf die Installation, (via)

Ich habe eine Rüge auszusprechen.
Ich war heute im Hamburger Bahnhof und habe mir endlich mal die Soundinstallation „The murder of crows“ von Janet Cardiff und George Bures Miller angeschaut. Ich weiß, das war reichlich spät; durch Uni, Vergesslichkeit und Umzugsstress bin ich allerdings nicht eher dazu gekommen.

Die Installation war fantastisch. Monumental, orchestral – kurz: einmalig. In der Mitte der eigens dafür freigehaltenen Haupthalle stand eine Anzahl Klappstühle, um sie herum waren geschätzte hundert Lautsprecher aufgebaut, hingen von der Decke, standen auf dem Boden, zwischen den Stühlen und in einiger Entfernung, sodass sie wie ein Dunstnebel die Besucher in ihrer Mitte umgaben. Man fand sich in einer einer konzertierten Geräuschkulisse wieder, die ihre volle Wirkung erst durch die ausgeklügelte räumliche Anordnung und Dynamik ihrer Elemente entwickelte.

Das Sinnesfeuerwerk war einzigartig. Die Stimmung schwankte irgendwo zwischen Dramatik, Verängstigung und Einengung und zeitweilig fühlte ich mich an die schaudrigeren Interpretationen von Alice im Wunderland erinnert, was mich ja eh schon seit jeher gefesselt hat.
Es hätte für mich das bisher intensivste Kunsterlebnis sein können.


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Städtischer Pragmatismus

StreetArt von Harmen de Hoop

Harmen de Hoop: Replaced dustbin„Replaced dustbin“, © Harmen de Hoop

Bisher war es eher die Ausnahme: funktionale StreetArt, also Kunst im öffentlichen Raum, die nicht nur hübsch anzusehen ist und zum Denken anregt, sondern zudem dem Betrachter einen Handlungsspielraum offen lässt. Auch dreidimensionale Kunst ist bisweilen nur gelegentlich in den Metropolen anzutreffen, doch glücklicherweise gibt es Einzelpersonen, die sich dieser Sparte verschrieben haben. Einer von ihnen ist das niederländische Vielseitigkeitstalent Harmen de Hoop, dessen Installationen ihre Umgebung um oft unerwartete Funktionen ergänzen.


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Die Ästhetisierung des Krieges

Zwei Werke von Iñigo Manglano-Ovalle

Iñigo Manglano-Ovalle: Untitled (Bomb)„Untitled (Bomb)“, © Iñigo Manglano-Ovalle

Das Thema ist so alt wie die Menschheit selbst: Konflikt und Krieg. In mehr als 2000 Jahren christlicher Zeitrechnung gab es nicht einmal 100 Jahre ohne Schlachten und Kriege irgendwo in der Welt – zumindest die, von denen Wikipedia weiß. Kein Wunder also, dass das Kulturgut „Krieg“ ein wichtiges Thema des Kulturträgers „Kunst“ wurde und auch noch heute ist. Ich hatte bereits über die Fotografien Shadi Ghadirians geschrieben, die den Alltag des Krieges beleuchtet, und widme mich nun zwei Werken des Spaniers Iñigo Manglano-Ovalle; die gewissermaßen von „Kriegskunst“ erzählen.


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