No more sugar for the monkey

Neuentdeckung im Wedding. Und 'ne Ausstellung.

No more sugar for the monkeys(via)

Ver­gan­gene Woche fuh­ren ebbé, eine gute Freun­din von ihr und ich in den Wed­ding und fan­den uns vor den Türen einer leer ste­hen­den Schwimm­halle, dem Stadt­bad Wed­ding, wie­der. Direkt an der Panke gele­gen thront die­ser Beton­ko­loss dun­kel über der Umge­bung, doch an die­sem Abend war der lange ver­las­sene Bau erleuch­tet.
Denn es ging in den Unter­grund. Auf uns war­tete ein kras­ser Rund­gang durch die Kata­kom­ben; zwi­schen Roh­ren und Kes­seln woll­ten die Kunst­werke der Aus­stel­lung “No more sugar for the mon­key” ent­deckt wer­den. Uns bot sich ein ein­ma­li­ges Erleb­nis, wie wir es nicht erwar­tet hätten.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Groll und Enttäuschung

Freiherr von Knigge lässt grüßen

Janet Cardiff und George Bures Miller: The murder of crowsBlick auf die Instal­la­tion, (via)

Ich bin maß­los ent­täuscht.
Ich war heute im Ham­bur­ger Bahn­hof und habe mir end­lich mal die Sound­in­stal­la­tion “The mur­der of crows” von Janet Car­diff und George Bures Mil­ler ange­schaut. Ich weiß, das war reich­lich spät; durch Uni, Ver­gess­lich­keit und Umzugs­stress bin ich aller­dings nicht eher dazu gekommen.

Die Instal­la­tion war fan­tas­tisch. Monu­men­tal, orches­tral – kurz: ein­ma­lig. In der Mitte der eigens dafür frei­ge­hal­te­nen Haupt­halle stand eine Anzahl Klapp­stühle, um sie herum waren geschätzte hun­dert Laut­spre­cher auf­ge­baut, hin­gen von der Decke, stan­den auf dem Boden, zwi­schen den Stüh­len und in eini­ger Ent­fer­nung, sodass sie wie ein Dunst­ne­bel die Besu­cher in ihrer Mitte umga­ben. Man fand sich in einer einer kon­zer­tier­ten Geräusch­ku­lisse wie­der, die ihre volle Wir­kung erst durch die aus­ge­klü­gelte räum­li­che Anord­nung und Dyna­mik ihrer Ele­mente entwickelte.

Das Sin­nes­feu­er­werk war ein­zig­ar­tig. Die Stim­mung schwankte irgendwo zwi­schen mar­ker­schüt­tern­der Dra­ma­tik, erdrü­cken­der Ver­ängs­ti­gung und Ein­en­gung und zeit­wei­lig fühlte ich mich an die schaud­ri­ge­ren Inter­pre­ta­tio­nen von Alice im Wun­der­land erin­nert, was mich ja eh schon seit jeher gefes­selt hat.
Es hätte für mich das bis­her inten­sivste Kunst­er­leb­nis sein können.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Städtischer Pragmatismus

StreetArt von Harmen de Hoop

Harmen de Hoop: Replaced dustbin“Repla­ced dust­bin”, © Har­men de Hoop

Bis­her war es eher die Aus­nahme: funk­tio­nale StreetArt, also Kunst im öffent­li­chen Raum, die nicht nur hübsch anzu­se­hen ist und zum Den­ken anregt, son­dern zudem dem Betrach­ter einen Hand­lungs­spiel­raum offen lässt. Auch drei­di­men­sio­nale Kunst ist bis­wei­len nur gele­gent­lich in den Metro­po­len anzu­tref­fen, doch glück­li­cher­weise gibt es Ein­zel­per­so­nen, die sich die­ser Sparte ver­schrie­ben haben. Einer von ihnen ist das nie­der­län­di­sche Viel­sei­tig­keit­sta­lent Har­men de Hoop, des­sen Instal­la­tio­nen ihre Umge­bung um oft uner­war­tete Funk­tio­nen ergänzen.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …

Die Ästhetisierung des Krieges

Zwei Werke von Iñigo Manglano-Ovalle

Iñigo Manglano-Ovalle: Untitled (Bomb)“Untit­led (Bomb)”, © Iñigo Manglano-Ovalle

Das Thema ist so alt wie die Mensch­heit selbst: Kon­flikt und Krieg. In mehr als 2000 Jah­ren christ­li­cher Zeit­rech­nung gab es nicht ein­mal 100 Jahre ohne Schlach­ten und Kriege irgendwo in der Welt – zumin­dest die, von denen Wiki­pe­dia weiß. Kein Wun­der also, dass das Kul­tur­gut “Krieg” ein wich­ti­ges Thema des Kul­tur­trä­gers “Kunst” wurde und auch noch heute ist. Ich hatte bereits über die Foto­gra­fien Shadi Gha­di­ri­ans geschrie­ben, die den All­tag des Krie­ges beleuch­tet, und widme mich nun zwei Wer­ken des Spa­ni­ers Iñigo Manglano-Ovalle; die gewis­ser­ma­ßen von “Kriegs­kunst” erzäh­len – zwei Gründe, sei­ner Aus­stel­lung in der Gale­rie Tho­mas Schulte noch bis 20. Juni einen Besuch abzu­stat­ten.

Den rest­li­chen Bei­trag lesen …