München ehrt IKEA-Design

Ausstellung in der Neuen Sammlung

Gießkannen PS VallöGieß­kan­nen “PS Vallö”, Die Neue Sammlung

Kaum eine Marke hat die Wohn– und Schlaf­zim­mer die­ser Welt so nach­hal­tig geprägt wie das schwe­di­sche Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men IKEA. Längst gehö­ren Billy, Malm und Fak­tum zum grund­le­gen­den Inven­tar einer jeden (stu­den­ti­schen) Woh­nung und sind dort auch nicht mehr weg­zu­den­ken. Den mitt­ler­weile seit sech­zig Jah­ren erfolg­rei­chen Pro­duk­ten des schwe­di­schen Möbel­hau­ses wid­met nun Die Neue Samm­lung, welt­weit eine der wich­tigs­ten Instan­zen in Sachen Design, eine eigene Aus­stel­lung mit 150 Einzelstücken.

Becher KalasBecher “Kalas”, Die Neue Sammlung

Die Schau “Demo­cra­tic Design – IKEA” betont – wie auch schon im Namen – den Cha­rak­ter des schwe­di­schen Pro­dukt­de­signs: erschwing­li­ches Design für die breite Masse. Das ist zwar nichts Neues, wurde aber bis­her nie so erfolg­reich und kon­se­quent umge­setzt. Bis­wei­len wird IKEA-Möbeln des­we­gen mit eher ableh­nen­der Hal­tung begeg­net, doch Die Neue Samm­lung der Pina­ko­thek der Moderne setzt dies­be­züg­lich ein Zeichen.

Die Aus­stel­lung erhält nicht wie üblich eigene Räume, son­dern wird in die Dau­er­aus­stel­lung ein­ge­bun­den, sodass zwi­schen den Grö­ßen des inter­na­tio­na­len Designs die fami­liär wir­ken­den IKEA-Stücke eben­falls ihren Platz als beach­tens­werte gestal­te­ri­sche Leis­tun­gen fin­den. Diese Erfah­rung macht auch “das her­kömm­li­che Design” zugäng­li­cher und bringt es zurück zu sei­nen Wur­zeln – eben zur brei­ten Masse.

Der Besu­cher erkennt aber nicht nur den Kin­der­stuhl “Mam­mut” oder den Öko-Schaukelstuhl “Gull­hol­men” wie­der, auch längst ver­ges­sene Möbel­stü­cke, heute alle­samt mit Samm­ler­wert ver­se­hen, zeigt die Aus­stel­lung in den ehr­wür­di­gen Hal­len der Pina­ko­thek der Moderne. Nur noch Ein­ge­fleischte und Fans der ers­ten Stunde erken­nen den Kin­der­stuhl “Anna” dank eige­ner Kind­heits­er­in­ne­run­gen oder den Stuhl “Ögla” aus dem elter­li­chen Ess­zim­mer. Aber auch weit ver­brei­tete Designs, wie etwa die der Nie­ren­ti­sche, nahm man sich sei­ner­zeit an und kre­ierte eine eigene Ver­sion zur Selbst­mon­tage.

Hocker BenjaminHocker “Ben­ja­min”, Die Neue Sammlung

IKEA ist längst fes­ter Bestand­teil unse­res All­tags gewor­den, was ich auch wie­der daran merke, dass für mei­nen bald anste­hen­den Umzug Möbel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stände des schwe­di­schen Fami­li­en­dis­coun­ters fest ein­ge­plant sind. IKEA-Produkte sind der­art omni­prä­sent, dass man die Mün­che­ner Aus­stel­lung eigent­lich auch vom hei­mi­schen Ektorp-Sofa nach­emp­fin­den könnte. Daher tue ich mich auch schwer, an die­ser Stelle eine Besuchs­emp­feh­lung aus­zu­spre­chen, aber ent­scheide selbst.

 

“Demo­cra­tic Design – IKEA” ist noch bis 12. Juli in der Pina­ko­thek der Moderne geöff­net und kann für 9,50€ bzw. ermä­ßigt 6€ genos­sen wer­den. Ob sich die Besu­cher im Café der Neuen Samm­lung mit der stil­ech­ten Mahl­zeit aus Hot­dogs und schwe­di­scher Man­deltorte stär­ken kön­nen, ist aller­dings nicht bekannt.