Mechanisches Stimmengewirr

"Untitled Sound Objects" von Pe Lang und Zimoun

Pe Lang und Zimoun: Untitled Sound Objects“Untit­led Sound Objects”, © Pe Lang und Zimoun

Klang­kunst – oder Neu­deutsch: Sound Art – gehört schon län­ger zum fes­ten Reper­toire der Gegen­warts­kul­tur. Was mit Kurt Schwit­ters’ dada­is­ti­scher Urso­nate einen gro­ßen Höhe­punkt erlebte, wurde auch in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten von einer Viel­zahl von Akteu­ren in all ihren Facet­ten erforscht und neu defi­niert. Zu ihnen gehört zwei­fels­ohne auch das Künst­ler­duo Pe Lang und Zimoun, die nun schon seit fünf Jah­ren ihre Serie “Untit­led Sound Objects” Stück um Stück ergänzen.

Pe Lang und Zimoun: Untitled Sound Objects“Untit­led Sound Objects”, © Pe Lang und Zimoun

Nicht weni­ger als 14 Instal­la­tio­nen haben die bei­den Schwei­zer seit­dem erschaf­fen, in denen stets eine große Anzahl sim­pler tech­ni­scher Vor­rich­tun­gen einen Klang­tep­pich erzeugt, der sel­ten dem ein­zel­nen, zugrunde lie­gen­den Geräusch ähnelt und oft­mals Asso­zia­tio­nen her­vor­ruft, die ganz ande­rer Natur zu sein scheinen.

So erzeu­gen vier­hun­dert Vibra­ti­ons­mo­to­ren, die in einem Setz­kas­ten ein­ge­ord­net sind, (im f. Video bei 1:31) durch das bestän­dige Häm­mern ihrer Kunst­stoff­köpfe auf dem Holz des Rah­men­werks ein dif­fu­ses Geräusch, wie man es sonst eher einer U-Bahn oder einer ein­fah­ren­den Ach­ter­bahn zuschrei­ben würde.

Andern­orts haben Pe Lang und Zimoun einen Raum mit Holz aus­ge­klei­det und Boden, Wände und Decke mit einem exak­ten Netz aus 250 Moto­ren bestückt, wel­che nach einem orga­nisch anmu­ten­den Algo­rith­mus abwech­selnd den Unter­grund beklop­fen (4:36). In der Stadt­ga­le­rie Bern ent­stand so eine Raum­in­stal­la­tion, die stän­dig wech­selnde Klänge pro­du­ziert und durch die räum­li­che Anord­nung sei­ner Ele­mente eine Atmo­sphäre erzeugt, die zunächst an die Akus­tik einer end­los lan­gen Halle zu erin­nern scheint, im nächs­ten Moment jedoch ein leben­di­ges Wech­sel­spiel erken­nen lässt.

 

Der­zeit lau­fen die Arbei­ten an einem klei­ne­ren Nach­fol­ger des Ber­ner Klang­rau­mes, der sich von sei­nem Vor­gän­ger inso­fern unter­schei­det, als dass er mit 800 Moto­ren und einem Stuhl in sei­ner Mitte bestückt und trans­por­ta­bel ist. Auf der Seite von Pe Lang und Zimoun kann man ein Dos­sier ein­se­hen, in dem nicht nur Skiz­zen die­ser Instal­la­tion zu sehen sind, son­dern auch eine Über­sicht über die bereits erstell­ten Werke gege­ben wird.