Kunst am seidenen Faden

22. März 2009 von Matthias Planitzer
"Entre ser um e ser mil", © Edith Derdyk Die brasilianische Künstlerin Edith Derdyk kann man am besten bei der Arbeit beobachten, wenn man sie in den Galerien überrascht, in denen sie ihre Arbeiten ausstellt. Denn für ihre Arbeiten braucht sie einiges an Vorbereitungszeit, zwei Wochen sind keine Seltenheit. Für den Beobachter erscheint das dann häufig als minutiöse Detailarbeit, kein Wunder, denn Derdyks Installationen bestehen nicht selten aus kilometerlangem Garn und Tausenden von Heftklammern. Was sie daraus entstehen lässt, ist die langwierige Arbeit aber definitiv wert.

Edith Derdyk: Entre ser um e ser mil»Ent­re ser um e ser mil«, © Edith Der­dyk

Die bra­si­lia­ni­sche Künst­le­rin Edith Der­dyk kann man am bes­ten bei der Arbeit beob­ach­ten, wenn man sie in den Gale­ri­en über­rascht, in denen sie ihre Wer­ke aus­stellt. Denn für ihre Arbei­ten braucht sie eini­ges an Vor­be­rei­tungs­zeit, zwei Wochen sind kei­ne Sel­ten­heit. Für den Beob­ach­ter erscheint das dann häu­fig als minu­tiö­se Detail­ar­beit, kein Wun­der, denn Der­dyks Instal­la­tio­nen bestehen nicht sel­ten aus kilo­me­ter­lan­gem Garn und Tau­sen­den von Heft­klam­mern. Was sie dar­aus ent­ste­hen lässt, ist die lang­wie­ri­ge Arbeit aber defi­ni­tiv wert.

Gele­gent­lich gibt Edith Der­dyk mit anschau­li­chen Zah­len einen Ein­druck davon, wie viel Auf­wand hin­ter ihren Wer­ken steckt. So hat sie für »Rasuras« in 13 Tagen etwa 22km schwar­zem Garn und 20.000 Heft­klam­mern ver­braucht und damit einen Kokon geschaf­fen, der eine der Ecken des Aus­stel­lungs­rau­mes von der Außen­welt abschot­tet.

Edith Derdyk: Declive»Decli­ve«, © Edith Der­dyk

Für ande­re Arbei­ten wie­der­um spannt sie das Garn zwi­schen Boden und Wän­den des Rau­mes, lässt durch die Zug­kraft der Fäden Bret­ter vom Boden abhe­ben oder fes­selt sich wider­set­zen­de Säu­len an meh­re­re Meter ent­fern­te Wän­de. Stets wei­sen die kla­ren For­men in eine bestimm­te Rich­tung. Das Garn ihrer Wer­ke über­brückt Gren­zen und zwingt sie auf, ver­bin­det und distan­ziert, schützt und offen­bart.

 

Wer davon noch nicht genug hat und mehr ihrer Arbei­ten sehen möch­te, dem sei ihre Web­sei­te www.edithderdyk.com.br anemp­foh­len, wo sie unter dem Menü­punkt »Obras« nebst ihren Instal­la­tio­nen aus Zwirn und Faden auch jün­ge­re Arbei­ten aus Papier zur Schau stellt.