Alles ist erleuchtet

30. März 2009 von Matthias Planitzer
"Souche", Vincent Kohler Licht und der Einsatz desselben spielen in den meisten Kunstgenres eine bedeutsame Rolle: In der Architektur entscheidet es über Erfolg oder Misserfolg, Typographie ist die Kunst der Frei- und Zwischenräume und wer einmal einen echten Rembrandt bewundern durfte, wird bestätigen können, dass seine Werke nicht nur das Licht eingefangen zu scheinen haben, sondern auf eigenartige Weise auch jeden Raum zum Strahlen bringen können. Dem Einsatz von Licht kommt aber nicht nur eine Nebenrolle, bestenfalls eine zweite Hauptrolle in der Kunst zu, viele Künstler machen es auch zum Mittelpunkt ihrer Werke. Einer von ihnen ist Vincent Kohler, der in seinen Installationen Licht und Rhythmik verbindet.

Vincent Kohler: Souche»Sou­che«, Vin­cent Koh­ler

Licht und der Ein­satz des­sel­ben spie­len in den meis­ten Kunst­gen­res eine bedeut­sa­me Rol­le: In der Archi­tek­tur ent­schei­det es über Erfolg oder Miss­er­folg, Typo­gra­phie ist die Kunst der Frei- und Zwi­schen­räu­me und wer ein­mal einen ech­ten Rem­brandt bewun­dern durf­te, wird bestä­ti­gen kön­nen, dass sei­ne Wer­ke nicht nur das Licht ein­ge­fan­gen zu schei­nen haben, son­dern auf eigen­ar­ti­ge Wei­se auch jeden Raum zum Strah­len brin­gen kön­nen.
Dem Ein­satz von Licht kommt aber nicht nur eine Neben­rol­le, bes­ten­falls eine zwei­te Haupt­rol­le in der Kunst zu, vie­le Künst­ler machen es auch zum Mit­tel­punkt ihrer Wer­ke. Einer von ihnen ist Vin­cent Koh­ler, der in sei­nen Instal­la­tio­nen Licht und Rhyth­mik ver­bin­det.

Vie­le sei­ner Arbei­ten ver­wei­sen auf sei­ne enge Ver­bin­dung zur Musik: So hat er mit Tele­cas­ter und Stratocaster/FlyingV bekann­ten Gitar­ren-Arche­ty­pen sei­ne Ver­eh­rung zuge­spro­chen und sich für Vin­ta­ge Drums Ensem­ble sei­nem eige­nen Instru­ment gewid­met. Als Drum­mer der Lau­san­ner Band Kunst kennt sich Koh­ler auch bes­tens mit Rhyth­mik aus. Bei ande­ren Wer­ken bringt er sei­ne Musik­ver­bun­den­heit eben dadurch ein:

Für »Sou­che« — fran­zö­sisch für »Baum­stumpf« — hat er aus Kunst­harz einen eben sol­chen erschaf­fen, die inners­ten Schich­ten jedoch aus­ge­spart, um sie mit roten LED-Leuch­ten zu bestü­cken. Die­se wer­den abwech­selnd in einem bestimm­ten Rhyth­mus ein- und aus­ge­schal­tet und ver­mit­teln dadurch den Ein­druck eines noch leben­di­gen, aber »blu­ten­den« Stump­fes. Ein ähn­li­ches Sinn­bild kennt der geneig­te Leser ja schon von Zach John­sens »The Hyper Stumps«, wo ver­meint­lich tote Baum­stümp­fe eben­falls noch vor Leben strah­len.

Ob Koh­lers Anlie­gen hin­ter »Sou­che« dem von John­sen für Umwelt­schutz und gegen Wald­ro­dung ent­spricht, ist nicht sicher, doch Abhol­zung scheint auch zu Koh­lers The­men zu gehö­ren, wie etwa bei »Bil­lon«, einem Baum­stamm, der schon in aller­hand Bret­ter und Leis­ten zer­sägt wur­de.
Zumin­dest der gele­gent­lich etwas hän­gen­de oder manch­mal sprin­gen­de Rhyth­mus der LED-Leuch­ten durch­bricht die Dyna­mik von »Sou­che« und weist auf die Ver­let­zung des Stump­fes hin.

Vincent Kohler: Pavés»Pavés«, Vin­cent Koh­ler

Der rhyth­mi­sche Aspekt in Koh­lers Kunst wird dage­gen in sei­ner Instal­la­ti­on »Pavés« noch deut­li­cher: Was zunächst nach einem Hau­fen Pflas­ter­stei­nen aus­schaut, ent­puppt sich schnell als Licht­in­stal­la­ti­on, die mit­un­ter an den Musik­clip zu Micha­el Jack­sons »Bil­lie Jean« erin­nert. Fünf­zehn der Stei­ne sind tat­säch­lich gut getarn­te Lam­pen, die ein­zeln oder in Grup­pen nach einem bestimm­ten Mus­ter auf­leuch­ten. Da die Instal­la­ti­on in jeder Gale­rie anders arran­giert wird, erge­ben sich so auch ver­schie­de­ne Rhyth­men und Pat­terns.