Neues auf dem Kunstbuchmarkt

Wofür manch einer lieber am Essen sparen würde

Tangible - High Touch VisualsR. Klan­ten, S. Ehmann: “Tan­gi­ble – High Touch Visu­als”, gestal­ten Verlag

Lei­der gibt es jetzt schon seit Mitte Dezem­ber letz­ten Jah­res meine heiß­ge­liebte Kunst­buch­hand­lung Gaw­ron­ski nicht mehr, aber immer­hin wur­den zuletzt die Rest­be­stände für zwei Euro pro Buch unter das Volk gebracht, wodurch auch für mich drei wun­der­volle Exem­plare abge­fal­len sind, die mich sonst 119,00 Euro gekos­tet hät­ten. So ver­schob sich also meine Auf­merk­sam­keit nicht nur auf die Hand­voll ande­rer Kunst­buch­hand­lun­gen in Ber­lin, son­dern unwei­ger­lich auch auf den nament­lich nicht wei­ter zu nen­nen­den Bücher­tem­pel in der Fried­rich­straße mit den hüb­schen roten Tra­ge­ta­schen. Prak­ti­scher­weise befin­det sich die­ser näm­lich einen Kat­zen­sprung von mei­ner Uni ent­fernt und so kommt es nicht sel­ten vor, dass ich ihm auf dem Nach­hau­se­weg noch schnell einen Besuch abstatte. Wie gewöhn­lich steuer ich in besag­tem Bücher­pa­ra­dies sofort die Kunst­buch­ecke an und da prä­sen­tiert sich mir auch schon eine Neu­er­schei­nung, von der man zuvor schon eini­ges gehört hatte.

Die Rede ist von “Tan­gi­ble – Hight Touch Visu­als”, vor ein paar Tagen im gestal­ten Ver­lag erschie­nen. Der 208 Sei­ten starke Nach­fol­ger von “Tac­tile – High Touch Visu­als” geht der Ver­schmel­zung von Gra­fik­de­sign und drei­di­men­sio­na­len Spar­ten der Kunst wie Innen­ar­chi­tek­tur, Design, Raum­in­stal­la­tion oder StreetArt nach; kurzum dem Ein­fluss der vir­tu­el­len Künste und ihrer Sti­lis­tik auf ihre mate­ri­el­len Ver­wand­ten. Dabei ist ein Bild­band ent­stan­den, der das künst­le­ri­sche Zeit­ge­sche­hen unter die Lupe nimmt und es über­sicht­lich nach ver­schie­de­nen sti­lis­ti­schen Ten­den­zen geord­net zusam­men­fasst. So fin­den sich dann hübsch anzu­se­hende Super-Mario-Kulissen neben den bun­ten Papier­land­schaf­ten von Julien Val­lée, der übri­gens auch das oben zu sehende Buch­co­ver ent­wor­fen hat.

Unterm Strich ein hüb­sches Sam­mel­al­bum zeit­ge­nös­si­scher Kunst­werke, was ich mir frü­her oder spä­ter sicher­lich auch mal ins Regal stel­len werde. Bei einem für Kunst­bü­cher nicht unge­wöhn­li­chen Preis von 44,00 Euro sollte ich dann doch viel­leicht lie­ber auf den nächs­ten Räu­mungs­ver­kauf warten…


Kommentare

  1. Frank schrieb am 9. Februar 2009:

    Ah, das erkenn ich doch wie­der. Die­ser Julien hatte letz­tes Jahr im Create Ber­lin Show­room zusam­men mit Eve Duha­mel und Brent Wad­den eine Aus­stel­lung namens Raking Lea­ves In The Wind. Wäh­rend der Aus­stel­lung gab es sogar einen Dra­wing Club, auf dem durfte auch gebas­telt wer­den, sehr nett.


  2. Mat­thias schrieb am 9. Februar 2009:

    Warst du dort?
    Klingt sehr inter­es­sant, hab davon gar nichts wei­ter mitbekommen.


  3. Frank schrieb am 10. Februar 2009:

    Nee, da war ich lei­der nicht. Zu der Zeit gab es X Kunstevents gleich­zei­tig:
    http://​www​.ihe​art​ber​lin​.de/​2​0​0​8​/​1​0​/​2​8​/​t​o​o​-​m​u​ch-art/
    und den CB Show­room haben wir nicht geschafft leider.


  4. Mat­thias schrieb am 10. Februar 2009:

    Naja gut, bei der Aus­wahl kann man sich echt schwer tun.
    Aber ich muss sagen, das ist ein gran­dio­ser Bei­trags­ti­tel – “Too many artists”… ;)