Installationen von Edith Dekyndt

Kunst zwischen Minimalismus und Zynismus

Edith Dekyndt: Ground Control“Ground Con­trol”, © Edith Dekyndt

Ihre Arbei­ten waren auf der Brüs­se­ler Bien­nale, dem auf­stre­ben­den Stern der euro­päi­schen Kunst­szene, in New York und mitt­ler­weile auch zwei Mal in Ber­lin zu sehen: Die Rede ist von Edith Dekyndt, einer Bel­gie­rin, die vor­ran­gig auf dem Bereich der Video­in­stal­la­tion tätig ist. Hin und wie­der jedoch ver­sucht sie sich auch an Instal­la­tio­nen im klas­si­schen Sinne und das, was dabei her­aus­kommt, ist durch­aus sehenswert.

Am bemer­kens­wer­ten ist sicher­lich “Ground Con­trol”. Es besteht aus nichts wei­ter als einem tief­schwar­zem, etwa 150cm gro­ßen Bal­lon, der dank sei­ner Fül­lung aus einem genau abge­stimm­tem Heli­um­ge­misch gerade genug schwebt, um nicht ganz abzu­he­ben. So glei­tet er quasi schwe­re­los durch den Raum, hängt mal über den Köp­fen der Besu­cher, mal in der Ecke dicht über dem Boden und rea­giert dabei auf kleinste Luft­züge, Raum­tem­pe­ra­tur und die Bewe­gun­gen der anwe­sen­den Per­so­nen. Durch seine dunkle Farbe, seine mas­sive Erschei­nung und seine ruhi­gen, fast gespens­ti­schen Eigen­be­we­gun­gen nimmt “Ground Con­trol” den Raum wie ein schwar­zes Loch ein und zwingt gleich­sam alle Bli­cke der Besu­cher auf sich.

“Sol­eil Public”, © Edith Dekyndt

In eine andere Rich­tung geht dage­gen Dekyndts Instal­la­tion “Sol­eil Public”: Zwan­zig UV-Röhren, wie man sie in Son­nen­bän­ken fin­den kann, leuch­ten neben­ein­an­der auf­ge­reiht zwan­zig Stun­den pro Tag in den Schau­fens­tern der Gale­rien bzw. hin­ter Glas­schei­ben und bräu­nen dabei die Pas­san­ten und Besu­cher. Zudem weist ein kur­zer Infor­ma­ti­ons­text neben der Instal­la­tion auf die Wir­kun­gen und Gefah­ren der UV-Strahlen hin und emp­fiehlt das Tra­gen von Schutz­bril­len. Ein Video von “Sol­eil Public” in Aktion gibt es auf der Web­seite von Edith Dekyndt.

Im Sep­tem­ber die­sen Jah­res wer­den Arbei­ten von Edith Dekyndt wie­der in Deutsch­land zu sehen sein, die Ham­bur­ger dür­fen sich auf eine (noch) unbe­ti­telte Solo-Ausstellung in der Gale­rie Karin Guen­ther freuen. Wer es bis dahin nicht aus­hal­ten kann, der kann ab dem 28. Februar den Weg nach Rot­ter­dam ein­schla­gen und bei Witte de With ihre nächste Ein­zel­au­stel­lung “Agno­sia” besu­chen – “Ground Con­trol” wird übri­gens auch unter den zwölf aus­ge­stell­ten Instal­la­tio­nen sein.