Ein Wald aus Klebeband

Einzelausstellung von Monika Grzymala

Monika Grzymala: Transition“Tran­si­tion”, © Monika Grzy­mala

Die gebür­tige Polin und Wahl­ber­li­ne­rin Monika Grzy­mala gehört m.E. zu den hier­zu­lande viel zu wenig beach­te­ten Künst­lern und Künst­le­rin­nen. Und das, obwohl sich ihre ein­drucks­vol­len Raum­in­stal­la­tio­nen und Farb­feu­er­werke durch­aus sehen las­sen kön­nen. Der Lon­do­ner Dra­wing Room hat ihre Klasse erkannt und stellt Grzy­ma­las Arbei­ten vom 19. Februar bis 5. April aus.

Für die Ein­zel­aus­stel­lung “Rup­tures” in der Lon­do­ner Gale­rie, die sich auf Zeich­nun­gen und zeit­ge­nös­si­sche Kunst spe­zia­li­siert hat, erstellte sie eine Instal­la­tion aus meh­re­ren Kilo­me­tern Kle­be­band. In ver­schie­de­nen Grau­tö­nen gehal­ten durch­spannt es den Raum, voll­führt hie und da eine uner­war­tete Wen­dung, fin­det sich an ande­ren Stel­len in gro­ßen Hau­fen zusam­men um dann in alle Rich­tun­gen aus­zu­strah­len. Die Arbeit ver­steht sich als Alle­go­rie auf das Groß­stadt­le­ben der Welt­me­tro­pole Lon­don und soll dem Betrach­ter unge­ahnte Ein­bli­cke in das Chaos, die Hek­tik und die Rasanz die­ser Stadt geben.

Monika Grzymala: Colours“Colours”, © Monika Grzy­mala

Zwar sind bis­her keine Bil­der von der Aus­stel­lung an die Öffent­lich­keit gedrun­gen, aber man darf Groß­ar­ti­ges erwar­ten. Grzy­mala ist geübt mit der Kle­be­rolle in der Hand: So fer­tigte sie 2006 in der Ber­li­ner Henrike-Höhn-Galerie die Instal­la­tion “Run”, einem wand­über­span­nen­den Kokon aus 13km Kle­be­band in ver­schie­de­nen Far­ben; in der New Yor­ker Marian-Goodman-Galerie stellte sie die Raum­zeich­nung “Tran­si­tion” aus.
Min­des­tens ebenso sehens­wert ist auch die Instal­la­tion “Colours”, wel­che letz­ten August in der texa­ni­schen Chi­nati Foun­da­tion zu sehen war. Dafür ließ sie sich vom herbst­li­chen Far­ben­spiel inspi­rie­ren: Sie sam­melte in der Umge­bung Äste und Zweige, bemalte einige davon mit aller­lei bun­ten Far­ben und ver­teilte auf dem Boden und vor der Gale­rie jede Menge bun­tes und von Hand gefer­tig­tes Konfetti.

Ich bin gespannt, wie “Rup­tures” aus­schauen wird. Zwar befin­det sich der Dra­wing Room nicht gerade vor der hei­mi­schen Haus­tür, was einem spon­ta­nen Besuch ent­ge­gen­ste­hen dürfte, aber auf das Inter­net wird Ver­lass sein – sobald Fotos auf­tau­chen, gehörst du zu den ers­ten, die sie zu sehen bekommen!