Der Kindergarten in der Seifenblase

Unkonventionelle Architektur aus Japan

Endo Shuhei Architect Institute: bubblelecture M“bub­ble­lec­ture M”, © Endo Shu­hei Archi­tect Institute

Ich muss sagen, im japa­ni­schen Maihara kann man es als Kind noch rich­tig gut haben. Denn wenn ich mich so an meine Kind­heit und spe­zi­ell an den Kin­der­gar­ten zurück­er­in­nere, dann denke ich an einen lang­wei­li­gen Beton­flach­bau zurück, des­sen Gestalt dank archi­tek­to­ni­scher Stan­dar­di­sie­rung quasi als Pro­to­typ städ­ti­scher Kin­der­ta­ges­stät­ten galt – grau in grau und für kind­li­che Ansprü­che total langweilig.

Bei der Pla­nung des “bub­ble­tec­ture M”, Arbeits­ti­tel eines Kin­der­gar­tens in der japa­ni­schen Pro­vinz Shiga, ver­folgte das Endo Shu­hei Archi­tec­ture Insti­tute offen­sicht­lich eine andere Phi­lo­so­phie: Das luf­tige Gebäude gleicht einer Sei­fen­bla­sen­kette und regt die Kin­der durch seine gro­ßen und hohen Räume zu freiem und ent­de­ckungs­rei­chem Spiel an – ein Mus­ter­bei­spiel psy­cho­lo­gi­schen Ein­sat­zes archi­tek­to­ni­scher Mittel.

“bub­ble­lec­ture M”, © Endo Shu­hei Archi­tect Institute

Ein Blick ins Innere des Gebäu­des zeigt, dass es zum größ­ten Teil aus Holz gefer­tigt ist und dadurch sehr warm und ein­la­dend wirkt. Eine umlau­fende Glas­front zum Gar­ten lässt viel Licht her­ein und ver­stärkt zusätz­lich den luf­ti­gen und freund­li­chen Ein­druck der offe­nen, durch­gän­gi­gen Räume.
Das archi­tek­to­ni­sche High­light jedoch liegt im Dach. Es besteht aus einer Hand­voll unter­schied­li­cher drei­ecki­ger Hol­z­ele­mente, deren Kom­bi­na­tion eine große Band­breite an Varia­tio­nen ermög­licht und zudem für ein hohes Maß an sta­ti­scher Fes­tig­keit sorgt.

Was die Kin­der zu ihrer Kita sagen, ist zwar nicht bekannt, aber ich bin mir sicher, zu mei­nen Zei­ten wäre das Gebäude der Ren­ner gewesen.