16. Januar 2009
Wunder gibt es immer wieder
„Miracle“, © Krištof Kintera
Miracle (500 days from 12. 09. 2008) vom Prager Installationskünstler Krištof Kintera ist, wie der Titel vermuten lässt, mittlerweile etwa vier Monate alt, hat aber trotzdem im Internet bisher kaum Beachtung gefunden – zu Unrecht, wie ich finde. Kintera, der sich sonst eher auf dem Gebiet der Rauminstallation austobt, hat nämlich m.E. mit seinem letzten Werk einen gelungenen Sprung auf die Straße vollzogen. Im Unterscheid zur gängigen StreetArt-Praxis hat er jedoch nicht etwa fremde Elemente wie Farbe, Kleister oder Styropor eingebracht, sondern stattdessen bereits vorhandene Mittel einfach so abgeändert, dass sie einen neuen Sinn erfahren. Da dies eigentlich ein typisches Mittel der Rauminstallation ist, denke ich, dürfte „Miracle“ auch eher in diese Richtung gehören. Die Illuminierung der Statue des Hl. Franciscus von Assisi stellt damit eine interessante Inspirationsquelle für UrbanArt dar, beschränkten sich doch deren Mittel aus praktischen Gründen sonst auf das Hinzufügen eigener Inhalte.
„Miracle“, © Krištof Kintera
Noch genau ein Jahr lang, bis zum 16. Januar 2009, wird man den erleuchteten Heiligen bestaunen können. Wer bis dahin die Gelegenheit findet, kann sich auch selbst ein Bild davon machen und in den Bredaseweg 80 im niederländischen Tilburg fahren.
Kommentare
Hat er die Lampe jetzt selbst verbogen oder haben ihm die Stadtwerke dieser abgewandelte Lampe angefertigt? Ist ziemlich subtil, kann mir schon vorstellen, dass das vielen entgeht.
Hm also dazu konnte ich keine Informationen finden, aber ich denke schon, dass er das selbst gemacht hat. Wenn man sich mal den Mast genau anschaut, dann sieht man, dass die Laterne aus zwei Teilen besteht. Vielleicht hat Kintera ja den oberen Teil in seiner Werkstatt angefertigt und dann auf den unteren montiert/montieren lassen. Sicher ist nur, dass er dafür die Erlaubnis der Stadtwerke brauchte – sonst würde die Laterne da wohl nicht 500 Tage lang stehen.
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