18. Januar 2009
Pimp my Flohmarkt-Kitsch
Penny Byrne ist auf den ersten Blick eine ganz gewöhnliche Frau aus dem australischen Melbourne, sie hat einen guten Job, führt ein geordnetes Leben und ist auch sonst eher unauffällig. Sie restauriert im Auftrag der Museen und Galerien deren Kostbarkeiten aus Porzellan und scheint in diesen Kreisen einen guten Ruf zu haben. Anders lässt sich vielleicht auch nicht das Vertrauen erklären, das in sie gesetzt wird. Denn Penny Byrne führt ein Doppelleben. In etwa eines der Sorte, als wenn ein Anästhesist an den Wochenenden als Aushilfstierarzt Großwild einschläfert. Denn neben ihrem bodenständigen Alltag als Restauratorin widmet sie sich dem weißen Gold auch auf eigenen Wegen: Sie beklebt, bemalt und – wie man in manchen Kreisen vielleicht sagen würde – „verunstaltet“ die kleinen Figuren in ihrer Freizeit auf eine Art und Weise, wie es sicherlich kein Kunde wünschen würde. Ein Glück jedoch, dass alle ihr zum Opfer fallenden Figürchen von eBay oder Second-Hand-Shops stammen. Zudem wissen viele ihrer Kollegen gar nicht von ihrer anderen Beziehung zum Porzellan.
Dabei können sich ihre Werke durchaus sehen lassen. Mit viel Kreativität und einer gehörigen Portion Zynismus ist kaum ein bedeutsames Thema der Weltpolitik vor ihr sicher: Sei es der Treibhauseffekt, das japanische Walfangprogramm, die Menschenrechte oder der umtriebige Sündenbock USA – Byrne nimmt sie alle aufs Korn. Da werden Elefanten zu Kriegsgerät umdisponiert, Eisbären zu Badeurlaubern erklärt und George und Laura an die Front geschickt – Penny Byrne sprudelt nur so vor Kreativität.
Leider konnte ich weder eine Webseite von ihr noch mehr aktuellere Arbeiten von ihr finden, aber ich bin mir sicher, diese Künstlerin hat noch einige Asse im Ärmel. Bis ich mehr zum aktuellem Stand der Dinge in Erfahrung gebracht habe, kann ich aber jedem ein Interview mit ihr aus dem Jahre 2007 ans Herz legen.

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