Pimp my Flohmarkt-Kitsch

Recycling mal anders

Penny Byrne: Get forked
“Get for­ked”, © Penny Byrne

Penny Byrne ist auf den ers­ten Blick eine ganz ge­wöhnliche Frau aus dem aus­tralischen Mel­bourne, sie hat einen guten Job, führt ein ge­ordnetes Leben und ist auch sonst eher unauf­fäl­lig. Sie restau­riert im Auf­trag der Museen und Gale­rien deren Kost­bar­kei­ten aus Por­zel­lan und scheint in die­sen Krei­sen einen guten Ruf zu haben. Anders lässt sich viel­leicht auch nicht das Ver­trauen erklä­ren, das in sie gesetzt wird. Denn Penny Byrne führt ein Dop­pel­le­ben. In etwa eines der Sorte, als wenn ein Anäs­the­sist an den Wochen­en­den als Aus­hilfs­tier­arzt Groß­wild ein­schlä­fert. Denn neben ihrem boden­stän­di­gen All­tag als Restau­ra­to­rin wid­met sie sich dem wei­ßen Gold auch auf eige­nen Wegen: Sie beklebt, bemalt und – wie man in man­chen Krei­sen viel­leicht sagen würde – “ver­un­stal­tet” die klei­nen Figu­ren in ihrer Frei­zeit auf eine Art und Weise, wie es sicher­lich kein Kunde wün­schen würde. Ein Glück jedoch, dass alle ihr zum Opfer fal­len­den Figür­chen von eBay oder Second-Hand-Shops stam­men. Zudem wis­sen viele ihrer Kol­le­gen gar nicht von ihrer ande­ren Bezie­hung zum Porzellan.

Dabei kön­nen sich ihre Werke durch­aus sehen las­sen. Mit viel Krea­ti­vi­tät und einer gehö­ri­gen Por­tion Zynis­mus ist kaum ein bedeut­sa­mes Thema der Welt­po­li­tik vor ihr sicher: Sei es der Treib­haus­ef­fekt, das japa­ni­sche Wal­fang­pro­gramm, die Men­schen­rechte oder der umtrie­bige Sün­den­bock USA – Byrne nimmt sie alle aufs Korn. Da wer­den Ele­fan­ten zu Kriegs­ge­rät umdis­po­niert, Eis­bä­ren zu Bade­ur­lau­bern erklärt und George und Laura an die Front geschickt – Penny Byrne spru­delt nur so vor Kreativität.

Lei­der konnte ich weder eine Web­seite von ihr noch mehr aktu­el­lere Arbei­ten von ihr fin­den, aber ich bin mir sicher, diese Künst­le­rin hat noch einige Asse im Ärmel. Bis ich mehr zum aktu­el­lem Stand der Dinge in Erfah­rung gebracht habe, kann ich aber jedem ein Inter­view mit ihr aus dem Jahre 2007 ans Herz legen.