24. Januar 2009
DIY Moos-Graffiti
„Watch your skin peel“, © El & Abe
In der internationalen UrbanArt-Szene ist Moos als Farbersatz und – viel wichtiger – als wachsendes und sich ausbreitendes Material schon länger bekannt. Dennoch fristet es nach wie vor ein Schattendasein, besonders hierzulande ist man noch nicht so recht auf seine Vorzüge aufmerksam geworden. Zumindest meine Recherche beim Wooster Collective und bei Reclaim your city blieb so gut wie erfolglos.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Warum also nicht selbst die Initiative ergreifen und die Heimatstadt mit eigenen Moos-Kreationen verzieren?
Das Rezept:
- eine Handvoll Moos, z.B. aus den Fugen eines gepflasterten Gehweges – zu finden in schattiger Umgebung
- einen Teelöffel Zucker
- eine Flasche Bier
- einen (möglichst leistungsstarken) Mixer
- ein geeignetes Behältnis sowie ein geeignetes Mittel zum Aufbringen auf die Wand (s.u.)
Zu allererst braucht man gutes Moos. Das übliche Moos aus den Gehwegsfugen sollte nach Möglichkeit saftig grün sein. Man kann natürlich auch anderes Moos, etwa aus dem Waldstück um die Ecke oder aus dem heimischen Garten nehmen, aber unter Umständen wächst dieses dann später nicht in der gewünschten Schnelligkeit. Hier liegt jedenfalls der große Vorteil des gemeinen Stadtmooses, es wächst einfach überall und ziemlich rasch – wuchert aber auch schnell aus der gewünschten Form heraus.
Wenn man seine Auswahl getroffen hat, braucht man nur noch eine gute Handvoll davon einzusammeln und es grob von der Erde und kleinen Steinchen zu befreien. Man gibt das Bier und den Zucker in den Mixer und fügt später das Moos hinzu. Diese Mischung wird bei hoher Umdrehungszahl so lange durchgemixt, bis eine möglichst klumpenfreie, cremige Flüssigkeit entstanden ist.
„Metromoss“, © Edina Tokodi, Jozséf Vályi-Tóth
Das Gebräu wird nun in ein geeignetes Behältnis, wie etwa ein Schraubglas, eingefüllt und kann dann mit einem Pinsel oder einer Farbrolle sorgsam auf die Wand aufgebracht werden. Alternativ kann man auch mit einer zuvor angefertigten Schablone arbeiten und drüberrollen oder sich ein passendes Sprühsystem ausdenken (Vielleicht mithilfe der altbekannten Mentos/Cola-Variante und eines kleinen, an eine Flasche angebrachten Aquarienschlauchs). Wer es etwas wilder mag, kann die Flüssigkeit aber auch in Luftballons füllen und damit die Wände bewerfen.
Am besten bringt man das Moos auf Wände an, die im Schatten liegen bzw. nach Norden ausgerichtet sind, feuchte Ecken sind natürlich noch besser. Nach Möglichkeit sollte man jedoch nach ein paar Tagen noch einmal zum Ort des Geschehens zurückkehren und bei Bedarf das Moos ein wenig anfeuchten. Wer sicher gehen will, dass das Moos auch in der gewünschten Pracht anwächst oder schlicht keine Zeit hat, ewig lang die Wand einzupinseln, kann natürlich auch daheim alles vorbereiten und dann das Moos in Form von Stickern in der Stadt verteilen.
Was hältst du von dieser eher spärlich genutzten Variante der StreetArt? Hast du vielleicht schon selbst Moos-Graffiti in den Straßen deiner Heimatstadt entdecken können? Vielleicht sogar so gelungene Beispiele wie von El&Abe? Schreib deinen Kommentar dazu!
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[…] herrschen. Aber jetzt wissen ja alle bescheid und deshalb haben wir hier auch noch ein schniekes Tutorial zum Selbermachen eines Moss […]
[…] Geil. Bislang an mir vorüber gegangen. Mehr davon! fraulangstrumpf, castor-und-pollux, instructablesDefined tags for this entry: fun, graffiti, guerillagardening, kunst, pflanzenRelated […]
Kommentare
Juhuuuuu,
ich hab davon noch nix gehört, aber das werde ich auch machen!!!! vielen dank für diese Idee!!!
liebste Grüßeeeee
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