DIY Moos-Graffiti

Initiative zur Begrünung urbaner Flächen

El & Abe: Watch your skin peel“Watch your skin peel”, © El & Abe

In der inter­na­tio­na­len UrbanArt-Szene ist Moos als Far­ber­satz und – viel wich­ti­ger – als wach­sen­des und sich aus­brei­ten­des Mate­rial schon län­ger bekannt. Den­noch fris­tet es nach wie vor ein Schat­ten­da­sein, beson­ders hier­zu­lande ist man noch nicht so recht auf seine Vor­züge auf­merk­sam gewor­den. Zumin­dest meine Recher­che beim Woos­ter Collec­tive und bei Reclaim your city blieb so gut wie erfolg­los.
Aber was nicht ist, kann ja noch wer­den. Warum also nicht selbst die Initia­tive ergrei­fen und die Hei­mat­stadt mit eige­nen Moos-Kreationen verzieren?

 

Das Rezept:

  • eine Hand­voll Moos, z.B. aus den Fugen eines gepflas­ter­ten Geh­we­ges – zu fin­den in schat­ti­ger Umgebung
  • einen Tee­löf­fel Zucker
  • eine Fla­sche Bier
  • einen (mög­lichst leis­tungs­star­ken) Mixer
  • ein geeig­ne­tes Behält­nis sowie ein geeig­ne­tes Mit­tel zum Auf­brin­gen auf die Wand (s.u.)

Zu aller­erst braucht man gutes Moos. Das übli­che Moos aus den Geh­wegsfu­gen sollte nach Mög­lich­keit saf­tig grün sein. Man kann natür­lich auch ande­res Moos, etwa aus dem Wald­stück um die Ecke oder aus dem hei­mi­schen Gar­ten neh­men, aber unter Umstän­den wächst die­ses dann spä­ter nicht in der gewünsch­ten Schnel­lig­keit. Hier liegt jeden­falls der große Vor­teil des gemei­nen Stadt­moo­ses, es wächst ein­fach über­all und ziem­lich rasch – wuchert aber auch schnell aus der gewünsch­ten Form her­aus.
Wenn man seine Aus­wahl getrof­fen hat, braucht man nur noch eine gute Hand­voll davon ein­zu­sam­meln und es grob von der Erde und klei­nen Stein­chen zu befreien. Man gibt das Bier und den Zucker in den Mixer und fügt spä­ter das Moos hinzu. Diese Mischung wird bei hoher Umdre­hungs­zahl so lange durch­ge­mixt, bis eine mög­lichst klum­pen­freie, cre­mige Flüs­sig­keit ent­stan­den ist.

Edina Tokodi, Jozséf Vályi-Tóth: Metromoss“Metro­moss”, © Edina Tokodi, Joz­séf Vályi-Tóth

Das Gebräu wird nun in ein geeig­ne­tes Behält­nis, wie etwa ein Schraub­glas, ein­ge­füllt und kann dann mit einem Pin­sel oder einer Farb­rolle sorg­sam auf die Wand auf­ge­bracht wer­den. Alter­na­tiv kann man auch mit einer zuvor ange­fer­tig­ten Scha­blone arbei­ten und drü­ber­rol­len oder sich ein pas­sen­des Sprüh­sys­tem aus­den­ken (Viel­leicht mit­hilfe der alt­be­kann­ten Mentos/Cola-Variante und eines klei­nen, an eine Fla­sche ange­brach­ten Aqua­ri­en­schlauchs). Wer es etwas wil­der mag, kann die Flüs­sig­keit aber auch in Luft­bal­lons fül­len und damit die Wände bewer­fen.
Am bes­ten bringt man das Moos auf Wände an, die im Schat­ten lie­gen bzw. nach Nor­den aus­ge­rich­tet sind, feuchte Ecken sind natür­lich noch bes­ser. Nach Mög­lich­keit sollte man jedoch nach ein paar Tagen noch ein­mal zum Ort des Gesche­hens zurück­keh­ren und bei Bedarf das Moos ein wenig anfeuch­ten. Wer sicher gehen will, dass das Moos auch in der gewünsch­ten Pracht anwächst oder schlicht keine Zeit hat, ewig lang die Wand ein­zu­pin­seln, kann natür­lich auch daheim alles vor­be­rei­ten und dann das Moos in Form von Sti­ckern in der Stadt verteilen.

 

Was hältst du von die­ser eher spär­lich genutz­ten Vari­ante der StreetArt? Hast du viel­leicht schon selbst Moos-Graffiti in den Stra­ßen dei­ner Hei­mat­stadt ent­de­cken kön­nen? Viel­leicht sogar so gelun­gene Bei­spiele wie von El&Abe? Schreib dei­nen Kom­men­tar dazu!



Andere Stimmen

  1. Moss Graf­fiti / Moss Sten­cil + Tuto­rial « schœner.wærs.wenns.schœner.wær. schrieb am 18. Februar 2009:

    […] herr­schen. Aber jetzt wis­sen ja alle bescheid und des­halb haben wir hier auch noch ein schnie­kes  Tuto­rial zum Sel­ber­ma­chen eines Moss […]


  2. Moos-Grafitti – Moblog schrieb am 13. Mai 2010:

    […] Geil. Bis­lang an mir vor­über gegan­gen. Mehr davon! frau­lang­strumpf, castor-und-pollux, instruc­ta­bles­De­fined tags for this entry: fun, graf­fiti, gue­ril­la­g­ar­de­ning, kunst, pflanzenRelated […]


  3. Moos­graf­fiti | landscaping schrieb am 5. Mai 2011:

    […] http://​www​.cas​tor​-und​-pol​lux​.de/​2​0​0​9​/​0​1​/​d​i​y​-​m​o​o​s​-​g​r​afitti/ […]


Kommentare

  1. isi schrieb am 5. August 2010:

    Juhu­uuuu,

    ich hab davon noch nix gehört, aber das werde ich auch machen!!!! vie­len dank für diese Idee!!!

    liebste Grü­ßeeeee


  2. romana Menze-Kuhn schrieb am 4. März 2011:

    wie befes­tigt man die zu Hause vor­ge­fer­tig­ten Moos­graf­fi­tis an der wand?


  3. timsn schrieb am 30. März 2011:

    Hey,

    das würde ich auch gerne wis­sen.
    Aus­ser­dem inter­es­siert mich wie lange es im Schnitt dau­ert, bis das Moss anwächst und ’sicht­bar’ wird.

    Ansons­ten, top und wei­ter machen..


  4. Mat­thias schrieb am 30. März 2011:

    Hallo ihr beiden,

    viel­leicht habt ihr schon bemerkt, daß die­ses Blog seit dem Erschei­nen die­ses Arti­kels vor mehr als zwei Jah­ren einige Ver­än­de­run­gen durch­lau­fen hat, u.a. daß Urban­Art nicht mehr zum The­men­spek­trum gehört. Nicht zuletzt wegen des Alters die­ses Arti­kels kann ich euch lei­der keine detail­lier­ten Infor­ma­tio­nen und kei­nen bes­se­ren Rat geben, als es mit eurer Recher­che andern­orts zu probieren.