11. Januar 2009
Ad-Busting oder neue Werbemasche?
In ausgewählten Großstädten rund um den Globus kann seit kurzem jedermann auf neuartigen, mit Touchscreens ausgestatteten Werbeflächen des Filzstift– und Eddingherstellers Sharpie seine Zeilen hinterlassen: Einfach eine Farbe auswählen, drauf los schreiben und der Welt erzählen, was man schon immer auf dem Herzen hatte. Mit dieser neuen Werbemasche setzt der Firmenriese nicht nur neue Akzente in Sachen Werbedesign, er adaptiert damit auch einen in den USA weit verbreiteten und viel beachteten StreetArt-Abkömmling, das sog. “Ad-Busting”.
Das Ad-Busting, bei den Franzosen schon länger als Anti-Pub bekannt, hat die Manipulation und Zweckentfremdung öffentlicher Werbeflächen, teilwiese auch die Anprangerung und Konfrontation der werbenden Firma zum Inhalt. Diese Art der Auseinandersetzung mit der Konsumgesellschaft und der öffentlichen “Spamwerbung” wird auch bei uns immer mehr zur Mode. Zwar findet man auf den üblichen StreetArt-Seiten des Internets entsprechend verzierte Plakate fast ausschließlich von der Insel oder aus den Staaten, doch mittlerweile gehen auch Fotos aus Deutschland um den Globus, so etwa auch die weithin bekannte HIV-Kampagne von xoooox.
Ad-Busting ist in aller Munde und das nicht zu unrecht, verleiht es doch einem der stärksten Triebfedern der StreetArt-Kultur, der Rückgewinnung öffentlichen Raumes, Ausdruck. Kein Wunder also, dass irgendwann von Seiten der angefeindeten werbenden Firmen eine Antwort auf diese Mode gegeben wird. Sharpie hat mit seiner aktuellen Kampagne nicht nur der Ad-Busting-Kultur Paroli gegeben, die neuartige Werbeidee bezieht auch ihren Adressaten in den Prozess mit ein und bietet somit für alle Seiten neue Impulse. Man darf also gespannt sein, wie die StreetArt-Szene die neuen Werbetafeln aufnehmen und wie sie darauf reagieren wird.






