Ad-Busting oder neue Werbemasche?

StreetArt für Konventionsbewusste

Interaktives Sharpie Billboardvia the​coolh​un​ter​.co​.uk

In aus­ge­wähl­ten Groß­städ­ten rund um den Glo­bus kann seit kur­zem jeder­mann auf neu­ar­ti­gen, mit Touch­screens aus­ge­stat­te­ten Wer­be­flä­chen des Filz­stift– und Edding­her­stel­lers Shar­pie seine Zei­len hin­ter­las­sen: Ein­fach eine Farbe aus­wäh­len, drauf los schrei­ben und der Welt erzäh­len, was man schon immer auf dem Her­zen hatte. Mit die­ser neuen Wer­be­ma­sche setzt der Fir­men­riese nicht nur neue Akzente in Sachen Wer­be­de­sign, er adap­tiert damit auch einen in den USA weit ver­brei­te­ten und viel beach­te­ten StreetArt-Abkömmling, das sog. “Ad-Busting”.

Das Ad-Busting, bei den Fran­zo­sen schon län­ger als Anti-Pub bekannt, hat die Mani­pu­la­tion und Zweck­ent­frem­dung öffent­li­cher Wer­be­flä­chen, teil­wiese auch die Anpran­ge­rung und Kon­fron­ta­tion der wer­ben­den Firma zum Inhalt. Diese Art der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Kon­sum­ge­sell­schaft und der öffent­li­chen “Spam­wer­bung” wird auch bei uns immer mehr zur Mode. Zwar fin­det man auf den übli­chen StreetArt-Seiten des Inter­nets ent­spre­chend ver­zierte Pla­kate fast aus­schließ­lich von der Insel oder aus den Staa­ten, doch mitt­ler­weile gehen auch Fotos aus Deutsch­land um den Glo­bus, so etwa auch die weit­hin bekannte HIV-Kampagne von xoooox.
Ad-Busting ist in aller Munde und das nicht zu unrecht, ver­leiht es doch einem der stärks­ten Trieb­fe­dern der StreetArt-Kultur, der Rück­ge­win­nung öffent­li­chen Rau­mes, Aus­druck. Kein Wun­der also, dass irgend­wann von Sei­ten der ange­fein­de­ten wer­ben­den Fir­men eine Ant­wort auf diese Mode gege­ben wird. Shar­pie hat mit sei­ner aktu­el­len Kam­pa­gne nicht nur der Ad-Busting-Kultur Paroli gege­ben, die neu­ar­tige Wer­bei­dee bezieht auch ihren Adres­sa­ten in den Pro­zess mit ein und bie­tet somit für alle Sei­ten neue Impulse. Man darf also gespannt sein, wie die StreetArt-Szene die neuen Wer­be­ta­feln auf­neh­men und wie sie dar­auf rea­gie­ren wird.