30. Januar 2009
21 Künstler aus dem Nahen Osten stellen aus
“Ghosts”, © Kader Attia
Hey, English speaking reader! I translated this article for you –
the English version is only a click ahead*!
Charles Saatchi ist ja dafür bekannt, dass er gern mal Ausstellungen in seiner Galerie zeigt, die nicht nur an die Substanz gehen, sondern auch polarisieren. Als er 1999 mit seiner Wanderausstellung “The Sensation” im New Yorker Brooklyn Museum Halt machte und dort u.a. das Elefantendunggemälde “Holy virgin Mary” von Chris Ofili zeigte, sorgte dies für eine lange und hitzige Debatte mit politischen Größen wie dem damaligen New Yorker Bürgermeister Giulani und der jetzigen US-Außenministerin Hillary Clinton. Ähnliches dürfte man wohl auch von der heute eröffneten Ausstellung “Unveiled: New Art from the Middle East” in der Saatchi Gallery erwarten.
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28. Januar 2009
Baby, you're so plastic
Ohne Titel, aus der Reihe “Life cast art”, © Shu Konishi
Dass Japaner ein wenig… eigen sind, ist ja schon länger bekannt. Schließlich liest man hin und wieder in den einschlägigen Tageszeitungen von den neusten Absurditäten aus Nippon. Das fängt dann bei der kommerziellen Vermarktung bereits getragener Unterwäsche an und hört spätestens bei Frischluft-Automaten auf. Aber auch so manche Frucht japanischer Denkweisen verlässt die ostasiatische Inselwelt und vermag eine Bereicherung für den Rest der Welt darzustellen. Prominentestes Beispiel stellt sicherlich die Urmutter aller Ulk-Gameshows, Takeshi’s Castle dar (Hey, es hat meine Kindheit nachhaltig beeinflusst…)
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24. Januar 2009
Initiative zur Begrünung urbaner Flächen
“Watch your skin peel”, © El & Abe
In der internationalen UrbanArt-Szene ist Moos als Farbersatz und – viel wichtiger – als wachsendes und sich ausbreitendes Material schon länger bekannt. Dennoch fristet es nach wie vor ein Schattendasein, besonders hierzulande ist man noch nicht so recht auf seine Vorzüge aufmerksam geworden. Zumindest meine Recherche beim Wooster Collective und bei Reclaim your city blieb so gut wie erfolglos.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Warum also nicht selbst die Initiative ergreifen und die Heimatstadt mit eigenen Moos-Kreationen verzieren?
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23. Januar 2009
Wachsfiguren mal anders
“It happened in the corner”, © littlewhitehead
Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle einige Wort zur baldigen 24. Auflage der Langen Nacht der Museen verlieren, aber dann habe ich gesehen, dass am 31. Januar nichts Interessantes für mich dabei ist.
Wie ich also weiter im Web stöbere, stoße ich wieder einmal auf die Seite der fulminanten Saatchi Gallery aus London. Dort wird nämlich jetzt schon auf die diesjährige Ausstellung “Newspeak: British Art Now”, einem bunten Blumenstrauß zeitgenössischer britischer Kunst, hingewiesen, wo auch Installationen des schottischen Künstlerduos littlewhitehead anzutreffen sein werden.
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21. Januar 2009
Fuchs und Hase gute Nacht sagen
Juvet Landscape Hotel, © Jensen & Skodvin
In den Wäldern des norwegischen Gudbrandsjuvet hat der einheimische Hotelier Knut Slinning ein etwa 800 m² großes Hotel bauen lassen, welches durch seine gelungene Archtitektur nicht nur von außen ein wahrer Augenschmaus ist, sondern auch den bald herbeiströmenden Gästen einzigartige Eindrücke bieten wird. Da jedes der Bungalows mit wenigstens einer vollverglasten Panoramawand mit herrlichem Blick in die skandinavische Landschaft ausgestattet ist und jedes weitere Fenster einen anderen Blickwinkel auf die atemberaubende Flora und Fauna ermöglicht, sodass es der Gast beim Betreten einer der Räume mit Sicherheit aufs Neue von der Welt hinter der Glasscheibe begeistert sein wird. Zudem verspricht die Website der verantwortlichen Architekten Jensen & Skodvin, dass die zauberhaften Impressionen der angrenzenden Natur bedingt durch Wetter, Tages– und Jahreszeit ständig im Wandel begriffen seien, was man wohl spätestens beim Bewundern der vielen Fotos bestätigen können wird.
Juvet Landscape Hotel, © Jensen & Skodvin
19. Januar 2009
Was Anatomie mit Style zu tun hat
Teil der Reihe “Make something cool every day”, © Mark Weaver
Vielleicht wegen meiner kürzliche Entdeckung des Street Anatomy Blogs, einer Seite, die von der Anatomie beeinflusste Kunst sucht und sammelt, vielleicht aber auch aufgrund der Tatsache, dass ich mich ja studienbedingt den ganzen Tag damit beschäftige, habe ich ein gewisses Gefallen an der lockeren Reihe “Make something cool every day” des aus dem amerikanischen Atlanta stammenden Designers Mark Weaver gefunden. Zwar bin ich sonst kein allzu begeisterter Freund des häufig eher hedonistisch ausgelegten Genres des Grafikdesigns, aber das hier ist was andres. Da sind Knochen dabei. Das macht vieles wieder gut.
(Ohne Frage, Darwin als Knochenmann darzustellen hat natürlich auch was.)
18. Januar 2009
Recycling mal anders

“Get forked”, © Penny Byrne
Penny Byrne ist auf den ersten Blick eine ganz gewöhnliche Frau aus dem australischen Melbourne, sie hat einen guten Job, führt ein geordnetes Leben und ist auch sonst eher unauffällig. Sie restauriert im Auftrag der Museen und Galerien deren Kostbarkeiten aus Porzellan und scheint in diesen Kreisen einen guten Ruf zu haben. Anders lässt sich vielleicht auch nicht das Vertrauen erklären, das in sie gesetzt wird. Denn Penny Byrne führt ein Doppelleben. In etwa eines der Sorte, als wenn ein Anästhesist an den Wochenenden als Aushilfstierarzt Großwild einschläfert. Denn neben ihrem bodenständigen Alltag als Restauratorin widmet sie sich dem weißen Gold auch auf eigenen Wegen: Sie beklebt, bemalt und – wie man in manchen Kreisen vielleicht sagen würde – “verunstaltet” die kleinen Figuren in ihrer Freizeit auf eine Art und Weise, wie es sicherlich kein Kunde wünschen würde. Ein Glück jedoch, dass alle ihr zum Opfer fallenden Figürchen von eBay oder Second-Hand-Shops stammen. Zudem wissen viele ihrer Kollegen gar nicht von ihrer anderen Beziehung zum Porzellan.
Dabei können sich ihre Werke durchaus sehen lassen. Mit viel Kreativität und einer gehörigen Portion Zynismus ist kaum ein bedeutsames Thema der Weltpolitik vor ihr sicher: Sei es der Treibhauseffekt, das japanische Walfangprogramm, die Menschenrechte oder der umtriebige Sündenbock USA – Byrne nimmt sie alle aufs Korn. Da werden Elefanten zu Kriegsgerät umdisponiert, Eisbären zu Badeurlaubern erklärt und George und Laura an die Front geschickt – Penny Byrne sprudelt nur so vor Kreativität.
Leider konnte ich weder eine Webseite von ihr noch mehr aktuellere Arbeiten von ihr finden, aber ich bin mir sicher, diese Künstlerin hat noch einige Asse im Ärmel. Bis ich mehr zum aktuellem Stand der Dinge in Erfahrung gebracht habe, kann ich aber jedem ein Interview mit ihr aus dem Jahre 2007 ans Herz legen.
16. Januar 2009
Der erleuchtete Franz
“Miracle”, © Krištof Kintera
Miracle (500 days from 12. 09. 2008) vom Prager Installationskünstler Krištof Kintera ist, wie der Titel vermuten lässt, mittlerweile etwa vier Monate alt, hat aber trotzdem im Internet bisher kaum Beachtung gefunden – zu Unrecht, wie ich finde. Kintera, der sich sonst eher auf dem Gebiet der Rauminstallation austobt, hat nämlich m.E. mit seinem letzten Werk einen gelungenen Sprung auf die Straße vollzogen. Im Unterscheid zur gängigen StreetArt-Praxis hat er jedoch nicht etwa fremde Elemente wie Farbe, Kleister oder Styropor eingebracht, sondern stattdessen bereits vorhandene Mittel einfach so abgeändert, dass sie einen neuen Sinn erfahren. Da dies eigentlich ein typisches Mittel der Rauminstallation ist, denke ich, dürfte “Miracle” auch eher in diese Richtung gehören. Die Illuminierung der Statue des Hl. Franciscus von Assisi stellt damit eine interessante Inspirationsquelle für UrbanArt dar, beschränkten sich doch deren Mittel aus praktischen Gründen sonst auf das Hinzufügen eigener Inhalte.
“Miracle”, © Krištof Kintera
Noch genau ein Jahr lang, bis zum 16. Januar 2009, wird man den erleuchteten Heiligen bestaunen können. Wer bis dahin die Gelegenheit findet, kann sich auch selbst ein Bild davon machen und in den Bredaseweg 80 im niederländischen Tilburg fahren.
13. Januar 2009
Detailexzesse von Hannah Stouffer
“Predator Caste”, © Hannah Stouffer
Ich will gar nicht viele Worte verlieren, die künstlerischen Fertigkeiten der kalifornischen Illustratorin Hannah Stouffer sprechen definitiv für sich. Eine erkleckliche Anzahl ihrer Arbeiten lässt sich im Internet bestaunen, sowohl private Illustrationen, als auch Ausstellungsstücke oder kommerzielles Design gilt es zu bewundern.
Aber das Beste kommt zum Schluss: Man kann einige ihrer Bilder auch käuflich erwerben bzw. auch an anderer Stelle ergattern. Etwa als Drucke, Shirts, Taschen oder Kissen – kurz: alles was das Herz begehrt. So wechselt etwa eines von fünfzig etwa DIN-A3-großen Druck von obigem Schmusekätzchen für faire zwanzig Dollar den Besitzer. Wahlweise auch als Shirt, das kann man nämlich bei pony attack!! abstauben.
12. Januar 2009
Die Reihe "Paperstorms" von Mia Pearlman
“Eye”, © Mia Pearlman
Origami und Scherenschnitte sind ganz nett, aber Papier kann weit mehr, als für kurze Späße herhalten zu müssen. Den passenden Beweis liefert die junge Künstlerin Mia Pearlman in aller Regelmäßigkeit: Sie entwirft, schneidet und arrangiert gewaltige Installationen aus nicht viel mehr als Papier und verwandelt dieses luftig-leichte Material in komplexe Stürme und Wolkenformationen. Alle paar Monate nimmt ein neues Stück seinen Platz in einer von vielen britischen und US-amerikanischen Galerien ein und setzt die beachtliche Reihe Paperstorms fort.
“Gyre”, © Mia Pearlman
Wen wundert’s da noch, dass Mia Pearlman viel Zeit und Konzentration braucht, um solch beeindruckende Installationen herzustellen…?